männerLetzte Nacht träumte ich von Star Trek. Jedoch fand ich mich nicht in der Welt der aktuelleren Staffeln wieder, sondern war an Bord der guten alten USS Enterprise unter dem Kommando von Käpt‘n Kirk und seiner wackeren, bunte Nickipullover tragenden Besatzung. Ich kann mich leider nur an wenige Details aus den Traum erinnern. Ich weiß jedoch, dass ich auf der Kommandobrücke der Enterprise war, als diese von bösartigen, mit einem spektakulären Arsenal an Phasern, Blastern und sonstigen Strahlenwaffen ausgerüsteten Aliens unter Umgehung des bordeigenen Transportersstrahlsystems geentert wurde. Die außerirdischen Invasoren sahen aus wie stark geschminkte, kleinwüchsige Menschen, hatten riesige, nach maskenbildnerischer Improvisation aussehende, freiliegende Gehirne, die aus einer Art von inwendig beleuchtetem Plastik zu bestehen schienen und trugen glitzernde, bodenlange, zwischen grün und blau changierende Lurexumhänge. Ich wunderte mich gerade, warum die Außerirdischen trotz ihrer überlegenen Intelligenz und ihrer phantastischen technischen Möglichkeiten ein nur sehr gebrochenes Deutsch sprachen (Wir Euch Menschenwürmern millionenfach überlegen und nun Enterprise übernehmen…), als ich unvermittelt und schlagartig erwachte.

Plötzlich aufzuwachen ist nicht gerade das Beste, was einem am frühen Morgen passieren kann. Ich fühlte mich im ersten Moment noch ziemlich verwirrt, da der Traum in meinen Zustand der Halbwachheit mit seinen (bildlich ausgedrückt) nachwirkenden Fingern an meinem Gehirn herumknetete, als sei es ein Teig. Dazu kam das ermattendes Gefühl einer körperlichen Gerädertheit und am liebsten wollte ich mich, sprichwörtlich gesagt, selbst in die Tonne kicken. Doch damit begannen auch schon die Probleme. Denn welche Tonne ist die Richtige? Man möchte zunächst meinen, die Biotonne wäre der perfekte Ort für die fachgerechte Selbstentsorgung. Aber weit gefehlt, meine Damen und Herren. Allerlei Metall im Mund wie Gold und Amalgam, diverse Piercings (so vorhanden), Schrauben, Nägel, künstliche Hüftgelenke, Brustimplantate oder Herzschrittmacher lassen den umweltbewussten und auf strikte Mülltrennung konditionierten Bürger vor dem Betreten der Biotonne zaudern, denn solch unbedachte Entsorgung verhilft nicht nur zu einem schlechten Gewissen, sondern bedeutet auch Ärger mit den stets wachsamen Müllkontrolleuren.

Dabei ist doch alles ganz einfach. Das eigens beigelegte Bilddokument zeigt, wo zum Beispiel Herren fachgerecht und umweltverträglich entsorgt werden. Abgelegte, nicht mehr benötigte Männer gehören in eigens gekennzeichnete Container, die von den örtlichen Entsorgungsbetrieben an den bekannten Sammelstellen kostenlos bereitgestellt werden. In der Tat funktioniert die Selbstzuführung in den Entsorgungszyklus wie der Besuch einer öffentlichen Bedürfnisanstalt. Man wählt die Türe, deren Beschriftung oder Piktogramm am ehesten dem angenommen eigenen Geschlecht entspricht, um dahinter seinen dringenden Verrichtungen nachzugehen. Und ebenso funktioniert die Selbstentsorgung: Damen gehören in den mit „Frauen“ markierten Container und Herren verfügen sich bitteschön in den Männercontainer. Und wenn man sich einmal in seiner Wahl nicht sicher ist, stehen einem das freundliche und hilfsbereite Fachpersonal der Wertstoffsammelstellen mit Rat und Tat zur Seite. Auf diese Weise kann man sich gelassen und mit dem tollen Gefühl, einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz geleistet zu haben, in den Recyclingkreislauf einbringen.