bett-text-in-pfadeIch arbeite fleißig an meiner Kurzgeschichte “Das Bett”, die demnächst erscheinen soll. Ich muss nur noch ein paar Bilder machen, das Ganze endgültig in Chapbook-Form bringen und schlussendlich produzieren. An dieser Stelle möchte ich mich auch bei Georg Sandhoff dafür bedanken, dass er den Text mit Engelsgeduld für mich lektoriert hat. Bis es jedoch soweit ist und man das Büchlein in Händen halten kann, präsentiere ich zur Einstimmung eine ganz kleine Leseprobe:

Verdammt, dieses Bett wollte ich sehen. Ich bat Claudia, kurz zu warten und wuchtete einen Kasten Bier, der noch beinahe halbvoll war, sozusagen als Gastgeschenk, aus dem Gebüsch. Dann griff sie nach meinem Schlafsack, nahm mich bei der Hand und zog mich über die Wiese hinunter zum Ufer. Ich traute meinen Augen nicht. Da stand, etwas schief und mit zwei Beinen im Wasser, tatsächlich ein großes, altmodisches Eisenbett mit gestreiften, nicht bezogenen Matratzen der Sorte Knutschpartykeller, auf denen ein paar Figuren herumlümmelten und sich zu diesem Zeitpunkt noch Hoffnungen auf einen vernünftigen Schlafplatz machten.

 (In diesem Zusammenhang sollte nicht unerwähnt bleiben, dass irgendjemand das Bett nach dem Open-Air ein Stück weit in den Wald gezerrt hatte, wo man es noch Jahre später besichtigen konnte.)

 „Verzieht euch von meinem Bett, aber ein bisschen plötzlich“, herrschte Claudia die Typen resolut an. Die lachten aber nur hämisch und fläzten sich noch breiter hin. Ich fischte seufzend ein paar Flaschen Bier aus meiner Kiste und überließ sie ihnen unter der Bedingung, dass sie sich dafür sofort aus dem Staub machen sollten. Das klappte besser und nach einigem Hin und Her zogen die Gestalten mit meinem Bier ab und das Bett gehörte uns.