Foto: Patrick Schmidt

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1978 sang Nina Hagen in ihrem Song „TV-Glotzer“ die Textzeile „Na, ich fass’ kein Buch mehr an / Literatur, da wird mir übel…“. Wenn man den heutigen etablierten Literaturbetrieb mit all seinen Auswüchsen betrachtet, steckt in Hagens dahergerotztem Statement womöglich mehr als nur ein Körnchen Wahrheit. Dass es aber tief in der Provinz, abseits der literarischen Proseccogesellschaft auch anders hergehen kann, bewies am Dienstag, den 26.04.2016 das Verleger- und Autorenfest, das, im Rahmen der Literaturwoche Donau 2016, im Neu-Ulmer Café D’Art stattfand. Musikalisch eingerahmt von den Unplugged Heroes der Roadstring Army präsentierte die Moderatorin und Impro-Artistin Wibke-Juliana Richter locker-flockig regionale Kleinverlage und Autoren, die sich allesamt lustvoll abseits des literarischen Mainstreams bewegen. Ausgesprochen gut vorbereitet, moderierte Richter souverän, aber auch mit augenzwinkerndem Mut zur Lücke durch einen ebenso informativen, wie überaus unterhaltsamen Abend.

Den Beginn machte der Danube Books Verlag Ulm, der es sich, vertreten durch Thomas Zehender, zur Aufgabe gemacht hat, die kulturelle Vielfalt des Donauraums und seiner Anrainerstaaten zwischen Buchdeckeln zu verewigen. Dabei präsentierte Zehender das mehrsprachige Werk „Skizzen aus Slawonien“ von Damir Rajle oder Josef Traberts „Die zweite Heimat. Eine Familienchronik aus Südungarn.“ Aber auch Werke wie Sieger Heinzmanns „Mein Designer-Leben nach der HfG Ulm“ belegen die literarische Vielfalt des Danube Books Verlag. Wiewohl Thomas Zehender, im Hinblick auf das, was im Laufe des Abends noch folgen sollte, eher trocken daherkam, gab er zwischen den Zeilen dennoch einige tiefgehende Einblicke in seine Verlagsarbeit.

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