Kapitel 1 – Die gute Stube

Neulich sagte jemand zu mir: “Du hast ja einen Vogel” und tippte sich dabei an die Stirn. Das war seltsam, denn zuerst wusste ich nicht so recht, was mein Gegenüber damit eigentlich meinte. Schließlich hatte ich keinen Flattermann, ob Wellensittich oder Kanarienvogel, daheim in meiner Stube. Nur zwei Katzen. Und die sollte man, wie ein Jeder weiß, nicht zusammen mit Vögeln halten, denn das würde unter Umständen ein überaus böses und blutiges Ende nehmen. Doch bald schon ahnte ich was seine Geste bedeutete: Mit dem Tippen an seine Stirn meinte mein Gesprächspartner sicherlich, ich hätte einen Vogel, der sich in meinem Oberstübchen niedergelassen hatte. Und da ich mir nicht so ganz sicher war, ob er mit seiner Behauptung vielleicht nicht doch recht haben könnte, beschloss ich, den heiligen Hallen zwischen meinen beiden Ohren wieder einmal einen ausgedehnten Besuch abzustatten, um nachzusehen, ob dort nicht tatsächlich ein gefiederter Freund Logis genommen hatte.

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