Kapitel 3 – Das Labyrinth der Entscheidungen

Labyrinthe sind bekanntermaßen eine überaus scheußlich verworrene und unübersichtliche Angelegenheit. Einmal hineingeraten, ist es meistens nicht ganz einfach, so ohne Weiteres wieder herauszufinden. Beim Labyrinth der Entscheidungen ist das im Grunde genommen nicht anders. Allerdings verfügt es über ein ausgesprochen tückisches Detail: Wenn man vor dem Labyrinth steht, führt ein Weg nach links und der andere nach rechts. Und an den Enden beider Wege sieht man den Ausgang des Irrgartens. Man könnte also der Fehleinschätzung erliegen, dass das Labyrinth der Entscheidungen eine simple, leicht im Vorübergehen zu erledigende Angelegenheit wäre. Einfach in einen der beiden Gänge hinein spazieren, am anderen Ende wieder hinaus, möchte man meinen. Aber wie so vieles im Leben ist das ein gewaltiger Irrtum, wie wir gleich feststellen müssen.

Dessen nicht so recht eingedenk, ließ ich mich von der vermeintlichen Einfachheit des Labyrinths blenden und marschierte in den linken Gang. Ich war gerade los gelaufen, als ich mir überlegte, ob ich gleich am Ausgang, der direkt vor mir lag, eine Rast machen oder noch ein Stück weiterwandern sollte. In diesem Moment teilte sich der Gang, denn ich hatte einen Entscheidungsprozess angestoßen. Links winkte verheißungsvoll die Rast, rechts ging es zum Weiterwandern. Sollte ich nun den linken oder den rechten Gang nehmen? Im selben Augenblick verfluchte ich mich selbst für diese Überlegung, denn der Gang teilte sich erneut. Nun hatte ich schon vier Möglichkeiten. Ich musste zwischen Links, Rechts, Rast und Weiterwandern entscheiden.

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