Kapitel 5 – Der Strom der Gefühle

Ich hatte gerade den ersten Schluck Wasser aus dem Bach genommen, als ich mich auf der Stelle herrlich erfrischt fühlte. Gierig trank ich weiter, um meinen Durst zu löschen. Mein Kopfschmerz löste sich auf wundersame Weise auf und das Schwindelgefühl, hervorgerufen vom Alkohol, verschwand. Dann zog ich meine Kleider aus, legte sie am Ufer des Baches zusammen und stieg in das kühle Wasser. Ich spürte, wie meine Haut angenehm zu kribbeln begann und meine Knochen und Gelenke knackten. Ich fühlte mich herrlich. Mit einem Mal, zuerst ganz langsam, dann immer schneller begann das Wasser im Bach zu steigen. Rasch kletterte ich ans Ufer zurück und schnappte mir meine Kleidung. Immer weiter stieg das Wasser und das vormals gemütlich gluckernde Bächlein verwandelte sich in einen reißenden Fluss. Ich konnte mich gerade noch auf eine kleine Anhöhe retten und sah von dort zu, wie das Wasser begann, die ganze Ebene unter mir zu überfluten. Ich setzte mich, um meine Situation zu überdenken. Noch während ich nachdachte, bemerkte ich, wie sich das Wasser wieder zurückzog und in sein Bachbett heimkehrte, als wäre nichts geschehen.

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