- Reimwerk -

Die Autorenseite von Martin Gehring

Monat: Juli 2016

Sonne Dushi Sonne

Hirn entspannend leer
Mädchen in Sommerfetzchen
Lachen in der Mittagssonne
Eis das über Finger tropft
Kleidung verlottert
Oder kaum noch
Der Strand die Terrasse
Milder Westwind vom Atlantik
Rumhängen träge dösen
Was Anderes Klebriges
Gemächliches Dushi
Kühles Glas Eiswürfel
Gerollt an heißer Stirn
Das Denken auf Standby
Und süßes Leben
Ach herrlich poco poco

El Pollo – „Beauty And The Book Award“ plus Leseprobe

el-pollo-cover-webNach 2014 und 2015 lobt die Stiftung Buchkunst gemeinsam mit der Frankfurter Buchmesse zum dritten Mal den „Beauty And The Book Award“ aus. Dabei können Interessierte über die Cover von Büchern abstimmen. Die 10 meistbewerteten Cover kommen nach dem Online-Voting auf die Shortlist. Über den endgültigen Siegertitel wird schließlich am 22.10.2016 auf der Frankfurter Buchmesse entschieden. Grund genug, meinen, von Hühnern bevölkerten, Westernroman „El Pollo – Entscheidung in der Sierra Chica“ zur Auswahl zu stellen.

Wer für „El Pollo“ – Entscheidung in der Sierra Chica voten möchte, kann dies HIER tun. Einfach anklicken, voten und freuen.

Als Belohnung für Euren Fleiß gibt es an dieser Stelle ein weiteres Kapitel aus meinem preisgekrönten Westernschundroman, ähm… -epos zu lesen. Viel Spaß mit der Leseprobe und votet, was das Zeug hält. Vielen Dank im Voraus.

Hühnergeier

Am späten Vormittag des folgenden Tages rumpelte Monsieur Coq auf seinem Planwagen durch ein langgezogenes, karg bewachsenes Tal am Ostrand der Sierra Chica. Sancho saß bei dem Händler auf dem Kutschbock, während sein Klapperhase in gemütlichem Tempo neben dem Fuhrwerk her hoppelte. Sie hatten schon früh am Morgen ihr Camp abgebrochen und hofften, im Laufe des Nachmittags den Ort San Fernando zu erreichen.

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Rotes Kleid

kleid neuAm Balkon gegenüber
Rotes Kleid
Zu Sonnenaufgang
Im Dunkel dahinter
Die Revolution
Schläft schnarchend
Ihren Rausch aus

 

 

Denkmal

Reiter voll Würde
Blick geradeaus
Horizontwärts
Bronzestandbild
Der Sockel Marmor
Touristen knipsen
Mit Ah mit Oh
Und Selfies
Alles Illusion
Das Denkmal
In Wirklichkeit
Pokéstop

Filderkraut

Es herrschte noch tiefste Dunkelheit, als Bauer Hämmerle seinen Krautacker auf den Fildern erreichte. Fröstelnd und mit knackenden Gelenken kletterte er von seinem Einundsechziger Eicher, dessen hellblaue Lackierung mit der undurchdringlichen Nebelsuppe verschmolz, die alles wie ein Leichentuch bedeckte. In der Ferne hörte man gedämpft die Hupe eines Lastwagens auf der Autobahn. Zischend atmete Hämmerle einen Schwall kühler Luft ein, hob den Kopf und hielt seine große, von der Kälte gerötete Nase in den Wind, als wolle er den Reifegrad seiner Kohlköpfe zu erschnuppern. Dann fischte er seine Zigarettenschachtel aus der Manteltasche, zündete sich mit dem Einwegfeuerzeug eine Ernte 23 an und wartete auf die Morgendämmerung. Während er rauchend an seinem Traktor lehnte, vernahm er plötzlich, gedämpft durch das gleichmäßige Blubbern des Dieselmotors, ein leichtes Schaben und Kratzen, das so klang, als käme etwas im Schutze der Dunkelheit näher gekrochen. Hämmerle blickte sich suchend um. Nichts zu sehen, aber das lag zweifellos am dichten Nebel, der in schweren Schwaden über dem Acker waberte und alles, was mehr als zwei Meter entfernt war, in gleichförmigem Grau verschwinden ließ. Sicher nur ein paar Feldmäuse auf der Suche nach einem Frühstück. Der Bauer blickte, herzhaft und lautstark mit weit aufgerissenem Mund gähnend, auf die grünlich floureszierenden Zeiger seiner Armbanduhr, deren Glas in der feuchtigkeitsgesättigten Luft sofort beschlug und beschloss, sich bis zum Sonnenaufgang noch ein wenig die Füße zu vertreten.

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