- Reimwerk -

Die Autorenseite von Martin Gehring

Autor: reimwerk (Seite 1 von 9)

KONTUREN 28. & 29. April 2018

Konturen #1: Erste Ulmer Buchmesse der unabhängigen Verlage

Samstag, 28. April 11:00 – 18:00 im Museum Villa Rot
Schlossweg 2, 88483 Burgrieden

Sonntag, 29. April 10:00 – 17:00 in der Museumsgesellschaft Ulm e.V.
Neue Straße 85, 89073 Ulm

Unabhängige Verlage sind das Rückgrat der vielfältigen deutschsprachigen Verlagslandschaft. Wir freuen uns, 16 der besten Verlage in Ulm vorzustellen. Lernen Sie die Verleger kennen, kaufen Sie schöne Bücher und genießen Sie die hochwertige Literatur der „Independents“!

Programm am Samstag, 28. 4. 2018

13 Uhr: Gespräch & Lesung mit Eva Hocke, Herausgeberin Literaturmagazin „Mauerläufer“

14 Uhr: Buchvorstellung Jörg Neugebauer: Wien. Nacht. Eine Erzählung nach Motiven aus der Biografie Freuds

16 Uhr: Die Kurt Wolff Stiftung stellt sich vor – mit Britta Jürgs.

17 Uhr: Lesung Martin Ebbertz: Feuer in der Eiswürfelfabrik. Humoristische Miniaturen.

Programm am Sonntag, 29. 4. 2018

13Uhr: Boris Kerenski & Ralf Friel stellen das Projekt „Moloko Print“ vor.

14 Uhr: Axel Dielmanns neuester Band in der „16er“ Reihe: „Anstich!“. Saalbühne.

15 Uhr: Hervorragend! Die Verlegerinnen Britta Jürgs (AviVa), Monika Bilstein (Peter Hammer Verlag) und Barbara Miklaw (Mirabilis Verlag) stellen aktuelle Toptitel ihrer Verlage vor. Saalbühne.

16 Uhr: Die Kurt Wolff Stiftung stellt sich vor – mit Britta Jürgs.

Die Verlage

Aviva Verlag
Axel Dielmann Verlag
Atemwerft
Edition Dreiklein
Danubebooks
Guggolz Verlag
Ed. Mauerläufer
Secession Verlag
Limbus Verlag
Round-not-Square
SalonLiteratur Verlag
Topalian & Milani
Moloko Print
Stadtlichter Presse
Peter Hammer Verlag
Klöpfer & Meyer
Septime Verlag
Weidle Verlag

Der Dackel aus Kloten – 100 halbwegs hylfreiche Limericks

Wie es das Schicksal oder der Ideenreichtum so will, ändert sich manchmal noch etwas.

So auch am Buchcover von “Der Dackel aus Kloten – 100 halbwegs hylfreiche Limericks“.

Hier findet sich also nun das vorläufig endgültige Cover (Illustration: Dorothea Grathwohl, Artwork: Marion Hartlieb) mit dem tatsächlich endgültigen Titel.

Nun kommt die Fleißarbeit: Schrift aussuchen, Satz, Illus einbauen u.s.w…

Aber es geht voran. Demnächst mehr.

100 Limericks – Ein Buch im Werden

So ein Büchlein mit Limericks macht ja jede Menge Arbeit, aber so langsam haben sich alle 100 Gedichte für das Bändchen eingefunden.
Es sind tatsächlich auch noch einige längst vergessene, erstaunliche Frühwerke aus der verborgenen Kammer allen lyrischen Fallouts, der sich seit Urzeiten dort angesammelt hat, aufgetaucht.

Jetzt nur noch den ganzen Kram sortieren, halbwegs sinnvoll zu Kapiteln zusammenfassen, (ganz wichtig) einen Titel überlegen, mich auf Dorothea Grathwohls Zeichnungen freuen und (ebenso wichtig) die Verfasser des großen Limerickstandardwerkes “Limerick Teutsch” aus dem Jahre 1969, nämlich die Herren Bungter und/oder Frorath, so sie aufzutreiben und  Willens sind, untertänigst um ein Vorwort bitten.

Geht also vorwärts.

Hier übrigens der Limerick zu beigefügter Illustration:

Es sagte ne Dame aus Wuppertal
zu ihrer Bekannten: Jetzt schnupper mal.
Ich hab meinen Alten zerhackt
und in Schüsseln verpackt.
Du riechst nix. Da lob ich mir Tupper mal.

Neu-Ulm

Von Pflasterstein
zu Pflasterstein
Zebrastreifen zur Schule
Winkende Schülerlotsen
Den Schatten berühren
bringt sicheres Unglück
Vanilleeis oder Schoko in Silberpapier
Mit der Milchkanne in den Laden
Keine Bonbons von fremden Männern
Die nette Verkäuferin lächelt
in Kaiser’s Kaffeegeschäft
Rädchen Gelbwurst beim Metzger
Schreck Scheibenklirren
wenn der Ami seine Panzer
durch die Stadt bewegte
Leiser die Zirkuselefanten
Rüssel an Schwanz an Rüssel
Die schwarze Sägemaschine
In der Luft Geruch nach Holzvergaser
Die Überlebenden oft grau
Landsermützen noch
Billige Zigarren mit Mundstück
Ein Bein zum Humpeln an Krücken
das andere in Stalingrad geblieben
Und müde der Blick
Hier noch ein Foto
Ein alter Super 8 Film
vom braunen Cordanzug
In der Hand die Kommunionskerze

Der Energievampyr

Jedes Jahr kommt unweigerlich die Zeit, zu der Halloween vor der Türe steht. Gibt es eine bessere Gelegenheit, auch einmal an die weniger bekannten und auch oftmals zu Unrecht verkannten Kreaturen der Monsterheit zu denken? Dieser Aufsatz, lieber Leser, möchte sich einem Wesen widmen, das kaum im öffentlichen Blickfeld steht und dennoch täglich Einfluss auf unser Leben und nicht zuletzt unseren Geldbeutel nimmt. Es handelt sich um den Energievampyr.

Der Energievampyr ist ein entfernter Vetter des gemeinen, Blut saugenden Vampyrs. Ebenfalls aus den schroffen Gebirgstälern der Karpaten stammend, ist für den Energievampyr auf Grund eines genetischen Defekts, hervorgerufen durch Jahrhunderte lange Inzucht in der transsylvanischen Abgeschiedenheit, Blut vollkommen unbekömmlich. An der Schwelle zum 20. Jahrhundert und kurz vor dem Aussterben stehend, entdeckten die letzten Energievampyre jedoch die nahrhafte und belebende Wirkung des elektrischen Stromes. Fürderhin war keine Steckdose und kein Elektrizitätswerk mehr vor dem unheiligen und kostenintensiven Treiben der Energievampyre sicher.

So gut wie nie bekommt man den seltenen Energievampyr zu Gesicht. Verstohlen dringt er des Nachts in die Wohnstuben der Menschen ein, zapft die erstbeste Steckdose an, die er an der Wand findet und saugt so lange Strom ab, bis sein unbezähmbares Verlangen nach elektrischer Energie gestillt ist. Danach verschwindet er ebenso lautlos wie er gekommen ist und macht sich bald auf die Suche nach der nächsten Stromquelle. So bleibt der maßlose Stromkonsum der Energievampyre häufig unbemerkt und meist kommt das böse Erwachen für den befallenen Haushalt erst mit der nächsten Stromabrechnung.

Es gibt jedoch Möglichkeiten, sich vor einem Angriff durch Energievampyre zu schützen. Einfache handelsübliche Babysicherungen, angebracht an den Steckdosen, sind für die lästigen Stromsauger ein unüberwindbares Hindernis. Doch gleichzeitig sollte man nicht vergessen, dass auf diese Weise einem ansonsten harmlosen und liebenswerten Wesen die Lebensgrundlage entzogen wird. Besonders im Winter sollte es uns eine Verpflichtung sein, notleidende Energievampyre mit Nahrung zu versorgen. Eine aufgeladene Autobatterie und ein Paar Starterkabel auf dem Balkon oder im Vorgarten bereitgestellt, werden von den hungernden Energieverbrauchern dankbar angenommen und garantieren ihr Überleben in schweren Zeiten.

+++

Notizen-WebtErschienen ist die Kurzgeschichte „Der Energievampyr“ in den Notizen aus dem Oberstübchen:

Notizen aus dem Oberstübchen
von Martin Gehring
(Bestellen)

Mit seinem Sammelband ‚Notizen aus dem Oberstübchen‚ nimmt der Ulmer Autor Martin Gehring den Leser mit auf eine abwechslungsreiche Expedition durch sein Gedankenuniversum.

Humorvolle Limericks wechseln sich mit überraschenden Essays und Miniaturen, spannende Erzählungen mit (un)sinnigen Gedichten ab und vermitteln so einen Einblick in die Gefühlswelt des Autors.

Notizen aus dem Oberstübchen‚ ist ein Buch zum Schmökern, Lachen und Träumen, aber zugleich auch ein Leitfaden zum eigenen Nachdenken.

Broschiert: 102 Seiten
Verlag: Manuela Kinzel Verlag
Auflage: 1 (24. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3937367989
Preis: € 9.95
Größe und/oder Gewicht: 11,3 x 1,5 x 21,1 cm

 

Rettet den Golem!

Bekanntlich ist der Herbst die Phase des Jahres, während der wir uns auch einmal an unsere übersinnlichen Mitbürger erinnern. Ihren Höhenpunkt findet die Zeit des Gedenkens alljährlich an Halloween, dem Internationalen Feier- und Ehrentag der Geister und Gespenster, der Monster und Ghule, der ektoplasmatischen Nebel und grenzkörperlichen Zwischenexistenzen, der Gestaltwandler, Inkuben, Sukkuben, Vampiren, Untoten und Spektralwesen.

Aus diesem Grunde möchte ich dich, lieber Leser, an dieser Stelle auf eine ganz besonders gebeutelte Spezies aus der Schattenwelt aufmerksam machen und dein Mitgefühl für diese (man kann es durchaus so drastisch formulieren) vom unmittelbaren Aussterben bedrohten Mithalbmenschen wecken. Es handelt sich, du ahnst es wahrscheinlich schon, um die bedauernswerte Gruppe der Golems.

Der moderne Golem hat heutzutage mit vielen Schwierigkeiten und sozialen Problemen zu kämpfen. So liegt es zum Beispiel in seiner Natur, dass er aufgrund seiner lehmig-erdigen Beschaffenheit schmutzt. In einer Welt, deren Gott Hygiene heißt und sein göttlicher Atem Sagrotan, steht der Golem auf verlorenem Posten. Aus Angst vor Allergien hält sich die Menschheit von ihm fern und verbannt ihn auf diese Weise, wenn auch ungewollt, an den Rande der Gesellschaft, wo ihm nichts anderes bleibt, als kümmerlich dahin zu vegetieren.

Ein weiteres Problem, dass dem Golem schwer zu schaffen macht, ist der sich ständig beschleunigende Klimawandel, von dem unsere Welt heimgesucht wird. Der größte Feind des Golems ist bekanntlich die Trockenheit. Ein heißer und regenarmer Sommer wie der Letzte fordert gnadenlosen Tribut unter unseren lehmigen Mitbürgern. Ungenügende Flüssigkeitsaufnahme schadet der teigigen Substanz, die den Golem ausmacht. Erste Anzeichen einer Austrocknung sind quietschende Gelenke und ein knarzender, schwerfälliger Gang. Des Weiteren bilden sich Risse auf der Oberfläche des Golems und er fängt an zu bröckeln. Wird ihm weiterhin keine Flüssigkeit zugeführt, zerbröselt der bemitleidenswerte Matschmensch schließlich zu feinem Staub.

Das muss nicht sein! Geschickt platzierte Eimer mit Wasser oder ein eingeschalteter Rasensprenger, erleichterter Zugang zu Freibädern – auch außerhalb der Öffnungszeiten – oder eine im Garten vorbereitete, reichlich mit Schlamm ausgestattete Suhle zur besseren Substanzaufnahme kann unzählige Golemleben retten. Aber Achtung, lieber Leser. Vermeide es tunlichst, dem Golem Mineralwasser aus PE-Flaschen anzubieten, denn die darin gelösten Weichmacher können speziell bei jungen Artgenossen dieser Spezies verheerende Folgen haben. Schon geringste Mengen dieses heimtückischen Umweltgiftes verwandeln ehedem gesunde Junggolems in gallertene, quallenartige Schleimbeutel.

Zusammenfassend kann man mit Fug und Recht behaupten, dass der Golemschutz eine einfache und ohne viel Aufwand zu bewerkstelligende Sache ist. Wie man sieht können auch hier ein paar simple Tricks und Hilfestellungen das Leben einer bedrohten Gattung in Gefahr unendlich erleichtern und nicht zuletzt retten.

Wegpunkt

Fahrstuhl zur Seele
Der Reiz einer Kollision
Köpfe und Nägel

Programmende

Die Küche
Die Mikrowelle
Der Toaster
Das Erschrecken

Gstanzl zum Oktoberfest

Auf der Wiesn, do is lustig.
Auf die Wiesn muaß ma geh’n,
weil do kannst an ganzen Haufen
einig’schmeckte Deppen seh’n.

Unser Madl braucht a Dirndl,
drum hupf mer glei in’d Stadt
und holen’s uns beim Lidl,
weil der Dirndln billig hat.

Krachlederne san teuer,
Ja, san die denn verruckt?
Mei Hos’ is net aus Leder,
doch in Krachoptik bedruckt.

Jetzt schau’ mer aus wie Trottln.
So a bisserl grenzdebil.
Ja, mir ham a Bayernticket
und die Wiesn ist das Ziel.

Mir geh’n glei’ ins erste Bierzelt,
weil mir ham an Riesendurscht.
A Maß Bier kost’ zwar zehnneunzge,
aber dös is uns heut’ wurscht.

Weil die Maßen so schlecht g’schenkt san,
bestell mer schnell no’ zwei.
Unser Madl will jetzt weiter,
also press’ mer’s in uns nei.

Vor’m Scheißhaus wart’ a Schlang’n,
so lang halt mer’s nimmer aus.
Willst du auf der Wiesn biseln,
gehst halt ganz schnell hinten naus.

Mir ham no net ganz ab’klopft
kommt der Sheriff mit am Stern.
Wildes biseln: Vierzig Euro,
uns ist’s leichter, mir zahl’n gern.

Jetzt kriegt’s Madl no a Herzerl,
und der Geldbeutel ist leer.
Und mir Buam, mir san recht b’suffa.
Grad so passt’s, was woll’mer mehr.

Auf der Heimfahrt wird’s uns übel
und mir fühl’n uns elend krank,
doch im Zug lasst sich’s g’scheit kotzen.
Jetzt is besser, Gottseidank.

Und am Sonntag früh um oanse
samma endlich wieder z’haus.
Neggschtes Jahr ist au a Wiesn.
Ja, da fahr’n mir wieder naus.

Selbstentsorgung, aber richtig

Letzte Nacht träumte ich von Star Trek. Jedoch fand ich mich nicht in der Welt der aktuelleren Staffeln wieder, sondern war an Bord der guten alten USS Enterprise unter dem Kommando von Cpt. Kirk und seiner wackeren Besatzung. Ich nehme an, dieser Traum kam zustande, weil ich zuvor zwei alte Star Trek Folgen auf ZDF Neo gesehen hatte. Zudem hat wahrscheinlich das 46. Jubiläum der Fernsehserie, dass mit einem Google Doodle gefeiert wurde, sein Übriges getan.

Ich kann mich leider nur an wenige Details aus den Traum erinnern: Ich weiß aber, dass ich auf der Kommandobrücke der Enterprise war, als diese von bösartigen Aliens unter Umgehung des Transporters geentert wurde. Die außerirdischen Invasoren sahen aus wie stark geschminkte, kleinwüchsige Menschen, hatten riesige, künstlich aussehende, freiliegende Gehirne und trugen glitzernde, bodenlange Lurexumhänge. Ich wunderte mich noch, warum die Außerirdischen trotz ihrer überlegenen Intelligenz und ihrer phantastischen technischen Möglichkeiten nur sehr gebrochen Deutsch sprachen (Wir Euch millionenfach überlegen und nun Enterprise übernehmen…), als ich unvermittelt und schlagartig aufwachte.

Plötzlich aufzuwachen ist allerdings schlecht. Ich fühlte mich zunächst einmal total verwirrt, körperlich gerädert und wollte mich, sprichwörtlich gesagt, am Liebsten selbst in die Tonne kicken. Doch damit beginnen auch schon die Probleme. Welche Tonne ist die Richtige? Man möchte zunächst meinen, die Biotonne wäre der perfekte Ort für eine fachgerechte Selbstentsorgung. Aber weit gefehlt. Allerlei Metall im Mund wie Gold und Amalgam, diverse Piercings (so vorhanden), Schrauben, Nägel, künstliche Hüftgelenke oder Herzschrittmacher lassen den umweltbewussten und auf strikte Mülltrennung konditionierten Bürger vor dem Betreten der Biotonne zaudern, denn solch unbedachte Entsorgung sorgt nicht nur für ein schlechtes Gewissen, sondern bedeutet auch Ärger mit den Müllkontrolleuren.

Dabei ist doch alles ganz einfach. Das Foto zeigt, wo z.B. Männer fachgerecht entsorgt werden. Abgelegte Männer gehören in eigens gekennzeichnete Container, die von den Entsorgungsbetrieben an den bekannten Sammelstellen bereitgestellt werden. Es ist wie beim Besuch einer öffentlichen Bedürfnisanstalt. Man wählt die Türe, deren Beschriftung oder Pictogramm am ehesten dem eigenen angenommenen Geschlecht entspricht, um dahinter seinen dringenden Verrichtungen nachzugehen. Und ebenso funktioniert die Selbstentsorgung: Damen gehören in den mit Frauen markierten Container und Herren verfügen sich bitteschön in den Männercontainer. Und wenn man sich nicht sicher ist, stehen einem die freundlichen Mitarbeiter der Wertstoffsammelstellen mit Rat und Tat zur Seite. Auf diese Weise kann man sich gelassen und mit dem tollen Gefühl, einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz geleistet zu haben, in den Recyclingkreislauf einbringen.

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