- Reimwerk -

Die Autorenseite von Martin Gehring

Autor: reimwerk (Seite 1 von 8)

Programmende

Die Küche
Die Mikrowelle
Der Toaster
Das Erschrecken

Gstanzl zum Oktoberfest

Auf der Wiesn, do is lustig.
Auf die Wiesn muaß ma geh’n,
weil do kannst an ganzen Haufen
einig’schmeckte Deppen seh’n.

Unser Madl braucht a Dirndl,
drum hupf mer glei in’d Stadt
und holen’s uns beim Lidl,
weil der Dirndln billig hat.

Krachlederne san teuer,
Ja, san die denn verruckt?
Mei Hos‘ is net aus Leder,
doch in Krachoptik bedruckt.

Jetzt schau‘ mer aus wie Trottln.
So a bisserl grenzdebil.
Ja, mir ham a Bayernticket
und die Wiesn ist das Ziel.

Mir geh’n glei‘ ins erste Bierzelt,
weil mir ham an Riesendurscht.
A Maß Bier kost‘ zwar zehnneunzge,
aber dös is uns heut‘ wurscht.

Weil die Maßen so schlecht g’schenkt san,
bestell mer schnell no‘ zwei.
Unser Madl will jetzt weiter,
also press‘ mer’s in uns nei.

Vor’m Scheißhaus wart‘ a Schlang’n,
so lang halt mer’s nimmer aus.
Willst du auf der Wiesn biseln,
gehst halt ganz schnell hinten naus.

Mir ham no net ganz ab’klopft
kommt der Sheriff mit am Stern.
Wildes biseln: Vierzig Euro,
uns ist’s leichter, mir zahl’n gern.

Jetzt kriegt’s Madl no a Herzerl,
und der Geldbeutel ist leer.
Und mir Buam, mir san recht b’suffa.
Grad so passt’s, was woll’mer mehr.

Auf der Heimfahrt wird’s uns übel
und mir fühl’n uns elend krank,
doch im Zug lasst sich’s g’scheit kotzen.
Jetzt is besser, Gottseidank.

Und am Sonntag früh um oanse
samma endlich wieder z’haus.
Neggschtes Jahr ist au a Wiesn.
Ja, da fahr’n mir wieder naus.

Selbstentsorgung, aber richtig

Letzte Nacht träumte ich von Star Trek. Jedoch fand ich mich nicht in der Welt der aktuelleren Staffeln wieder, sondern war an Bord der guten alten USS Enterprise unter dem Kommando von Cpt. Kirk und seiner wackeren Besatzung. Ich nehme an, dieser Traum kam zustande, weil ich zuvor zwei alte Star Trek Folgen auf ZDF Neo gesehen hatte. Zudem hat wahrscheinlich das 46. Jubiläum der Fernsehserie, dass mit einem Google Doodle gefeiert wurde, sein Übriges getan.

Ich kann mich leider nur an wenige Details aus den Traum erinnern: Ich weiß aber, dass ich auf der Kommandobrücke der Enterprise war, als diese von bösartigen Aliens unter Umgehung des Transporters geentert wurde. Die außerirdischen Invasoren sahen aus wie stark geschminkte, kleinwüchsige Menschen, hatten riesige, künstlich aussehende, freiliegende Gehirne und trugen glitzernde, bodenlange Lurexumhänge. Ich wunderte mich noch, warum die Außerirdischen trotz ihrer überlegenen Intelligenz und ihrer phantastischen technischen Möglichkeiten nur sehr gebrochen Deutsch sprachen (Wir Euch millionenfach überlegen und nun Enterprise übernehmen…), als ich unvermittelt und schlagartig aufwachte.

Plötzlich aufzuwachen ist allerdings schlecht. Ich fühlte mich zunächst einmal total verwirrt, körperlich gerädert und wollte mich, sprichwörtlich gesagt, am Liebsten selbst in die Tonne kicken. Doch damit beginnen auch schon die Probleme. Welche Tonne ist die Richtige? Man möchte zunächst meinen, die Biotonne wäre der perfekte Ort für eine fachgerechte Selbstentsorgung. Aber weit gefehlt. Allerlei Metall im Mund wie Gold und Amalgam, diverse Piercings (so vorhanden), Schrauben, Nägel, künstliche Hüftgelenke oder Herzschrittmacher lassen den umweltbewussten und auf strikte Mülltrennung konditionierten Bürger vor dem Betreten der Biotonne zaudern, denn solch unbedachte Entsorgung sorgt nicht nur für ein schlechtes Gewissen, sondern bedeutet auch Ärger mit den Müllkontrolleuren.

Dabei ist doch alles ganz einfach. Das Foto zeigt, wo z.B. Männer fachgerecht entsorgt werden. Abgelegte Männer gehören in eigens gekennzeichnete Container, die von den Entsorgungsbetrieben an den bekannten Sammelstellen bereitgestellt werden. Es ist wie beim Besuch einer öffentlichen Bedürfnisanstalt. Man wählt die Türe, deren Beschriftung oder Pictogramm am ehesten dem eigenen angenommenen Geschlecht entspricht, um dahinter seinen dringenden Verrichtungen nachzugehen. Und ebenso funktioniert die Selbstentsorgung: Damen gehören in den mit Frauen markierten Container und Herren verfügen sich bitteschön in den Männercontainer. Und wenn man sich nicht sicher ist, stehen einem die freundlichen Mitarbeiter der Wertstoffsammelstellen mit Rat und Tat zur Seite. Auf diese Weise kann man sich gelassen und mit dem tollen Gefühl, einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz geleistet zu haben, in den Recyclingkreislauf einbringen.

Unbestimmt

Was vor der Zigarette
danach geschah?
Darüber halten die
Beteiligten Stillschweigen.
Verlautbarungen
(wiewohl offiziell)
aus der Luft gegriffen.
Und im Ministerium
für vage Vermutungen
tagt der Krisenstab.

„Vater!“ von Anselm Maria Sellen

„Vater!“ von Anselm Maria Sellen

(Vorbestellen)

Zum Buch:

„Ich bin das System. Ich bin die dunkle Seite der Macht. Ich bin das Gesetz. La famille c’est moi. Ich herrsche mit eiserner Hand. Umfragewerte interessieren mich nicht. Ich bin nicht gewählt worden. Ich bin Herrscher von Gottes Gnaden. Auf Lebenszeit. Ich brauche mich vor niemandem zu rechtfertigen. Gott allein ist mein Richter. Ich bin Vater!“

In seinem Erstlingswerk „Vater!“ beschreibt der Kölner Autor Anselm Maria Sellen, selbst Vater von vier Kindern, in unterhaltsamen und kurzweiligen Episoden die Fallstricke und alltäglichen Herausforderungen familiären Zusammenlebens.

Ob Elternabend, die Bundesjugendspiele, warum ein Sousaphon vielleicht doch nicht das geeignete Musikinstrument ist und was geschieht, wenn man in einem unbedachten Moment „Ja“ sagt – Sellen bringt den alltäglichen häuslichen Wahnsinn in seinen bissigen Kurzgeschichten und Betrachtungen zielsicher und scharfzüngig auf den Punkt.

„Vater!“ ist nicht nur ein ironisches und pointiertes, mit schwarzem Humor gespicktes Buch – es verspricht auch einen hohen Wiedererkennungswert, ganz gleich, ob man selbst Kinder hat oder nicht…

Zum Autor:

Sein Vater wollte ihn „Che“ nennen. Am Ende wurde „Anselm“ daraus.
Studiert hat er trotzdem (Amerikanische Literatur und Politikwissenschaften).
Heute arbeitet der gebürtige Kölner in 4711 Projekten als Educational Innovator, Blogger, Podcaster, Studienleiter und Zombieforscher.
Für verschiedenste Stiftungen und Institutionen denkt und gestaltet Anselm Maria Sellen Bildungs-Projekte an den Schnittstellen zwischen politischer, kultureller und digitaler Bildung.
Jetzt legt der vierfache Vater sein beachtenswertes Erstlingswerk vor.

Vater!
Autor: Anselm Maria Sellen
Verlag: edition dreiklein
232 Seiten
Erscheinungstermin: Juli 2017
ISBN: 978-3-9817281-8-7
€ 14,-

Getaucht

Weltkakophonie
Über sich lassen
Wogenbrüllen
Von der nassen Seite
Und fern
Das Knirschen
Der Zahnwale

Buchvorstellung „Romy und YV-LI-V5“ von Marion Hartlieb

romyundyul-mockupRomy und YV-LI-V5

(frei nach William Shakespeare. Erzählt und illustriert von Marion Hartlieb)

…sie konnten sich nur selten sehen.
Zwischen Oben und Unten würde nämlich alles immer schlimmer.
Wenn sich die anderen gerade wieder einmal zankten, verbrachten die beiden ihre beste und schönste Zeit miteinander…

Zum Buch:

„Romy und YV-LI-V5“ ist eine Geschichte über Freundschaft und Vertrauen vor dem Hintergrund zweier verfeindeter Häuser. Da sind die Montages, klobige Roboter, die tief unter der Erde wohnen und die Capulopteras, zarte Motten, die hoch oben im Himmel leben. Wann immer sie aufeinandertreffen ist Zank vorprogrammiert. Doch eines Tages, als sich beide Familien wieder einmal ganz besonders schlimm streiten, beschließen Romy und YV-LI-V5 Freunde zu werden und treffen eine mutige Entscheidung…

Zur Autorin:

Marion Hartlieb, geb. 1965 in Ulm, findet schon bald nach ihrer Ausbildung zur Grafikerin den Weg zum Textildesign. Einen besonderen Schwerpunkt bildet in ihrer Arbeit die Kinder- und Babymode und hier speziell das Charakterdesign. So kreiert sie mit großer Phantasie liebenswürdige Figuren und Charaktere für internationale Labels wie Galeries Lafayette oder Walt Disney. Aus dieser Arbeit heraus entstehen seit 2010 so ungewöhnliche Bilderbücher wie „Prinzessin Tadaah“ oder „Sissi – Prinzessin Wirbelwind“. Daneben illustriert Marion Hartlieb Werke anderer Autoren wie Marco Kerlers „Volkslyrik“ oder Nathalie Gérards „Die Hexe Pieksepelz“.  Marion Hartlieb lebt und arbeitet in Ulm.

Veröffentlichungen:

Prinzessin Tadaah
Kiki – Alles fliegt
Sisi – Prinzessin Wirbelwind
Romy und YV-LI-V5

Illustrationen:

Georg Sandhoff – Tao Teh Kitteh
Nathalie Gerard – Die Hexe Pieksepelz
Marco Kerler – Volkslyrik
Dagmar Herrmann – Warten

Romy und YV-LI-V5 ist in limitierter und signierter Auflage bei edition dreiklein erhältlich!

Hardcover, 48 Seiten
Verlag: Edition Dreiklein (03.12.2016)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-9817281-6-3
Größe und/oder Gewicht: 21×29.7×1 cm

Buchvorstellung „Warten“ von Dagmar Herrmann

cover_warten-fuer-webWarten von Dagmar Herrmann

· warten ·

„… auf das traumboot der liebe wer einsteigt macht sich keine gedanken ob es ab nach kassel ins blaue oder ins tal der tränen geht umsteigen auf seenotkreuzfahrt schiff mit bumsfallera geht es weiter wenn das auge auch nicht trocken bleibt weiß der blinde passagier wo die fahrt endet · warten · …“

In ihrem neuen Buch führt die Bremer Autorin Dagmar Herrmann den Leser durch das weitläufige Universum des Wartens und beschreibt Kapitel um Kapitel einen Zustand, der alles andere als Stillstand ist. Wortgewaltig füllt sie die vermeintliche Leere und Sinnlosigkeit des Wartens mit Anspielungen, Beschreibungen und Details zur Befindlichkeit der Welt und der Gesellschaft. „Warten“ ist ein Werk, das durch seine verblüffende Vielschichtigkeit und Aussage das Publikum geradezu herausfordert, Zeiten des Verharrens und des Wartens mit Sinn und Leben zu erfüllen.

bio-bildAutorin:

Dagmar Herrmann, ein waschechtes Arbeiterkind aus dem Bremer Westen, Autodidaktin, kann sich seit ihrem Ruhestand intensiv ihren Lieblingsbeschäftigungen, dem Schreiben und Malen widmen. In oft melancholischen, bisweilen ironischen oder humorvollen Kurzgeschichten und Gedichten sowie Bildern reflektiert sie über die Welt und das Leben.

Seit mehr als sieben Jahren engagiert sich und veröffentlicht Dagmar Herrmann Texte, eigene Bilder und Illustrationen beim „Irrtu(r)m“, einer Initiative zur sozialen Rehabilitation. Außerdem erschienen, neben zwei Büchern, weitere Texte, Prosa und Lyrik in diversen Anthologien.

Publikationen:

Herr Wozu und sein Schlagwort – Brokatbook Verlag
Märchen im neuen Gewand – Brokatbook Verlag
Texte, Prosa und Lyrik, in Anthologien im Dorante-Verlag/ Literaturpodium sowie Gedichte in der Frankfurter Bibliothek

Warten – Dagmar Herrmann
Taschenbuch: 124 Seiten
Verlag: Edition Dreiklein (21. November 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3981728156
Größe und/oder Gewicht: 12 x 0,7 x 19 cm

Das letzte Büro

Abdullah weigerte sich im ersten Augenblick danach, seine Augen zu öffnen. Vor einem Moment noch befand er sich auf einem Marktplatz in Bagdad, hatte, lauthals Allāhu akbar schreiend, den Splint seines Sprengstoffgürtels gezogen und war in einem gleißenden Lichtblitz vergangen. Er fühlte keine Schmerzen und war sicher, dass er sich nun als glorreicher Märtyrer im Paradies befinden müsse. Vorsichtig schlug er die Augen auf. Doch statt der nimmer endenden Freuden des Paradieses sah er lediglich ein schlichtes Wartezimmer. Er saß auf dem einzigen, etwas wackligen Stuhl, der im Raum vorhanden war. Er blickte an sich herab, sah sein Hemd, die Hose, die Sandalen und stellte fest, dass er vollkommen unverletzt war. Abdullah schaute sich im Wartezimmer um. Vor dem Stuhl stand ein niedriger Tisch, darauf einige abgegriffene Zeitschriften. An der Wand gegenüber, staubig, eine verdorrte Zimmerpflanze und eine hellere Stelle, an der vielleicht einmal ein Bild hing. Zu seiner Linken bemerkte Abdullah die einzige Türe im Raum. Über der Türe leuchtete eine rote Lampe. Daneben war ein altertümlich wirkender, stoffbespannter Lautsprecher angebracht, dessen Drähte in der Wand verschwanden. Der Boden des Warteraumes war mit grünen Linoleumkacheln belegt, an der Wand gegenüber der Türe gluckerte rachitisch ein Heizkörper. Es war zu warm, deshalb öffnete Abdullah einen weiteren Knopf seines Hemdes. Er wollte gerade nach einer der Illustrierten greifen, als das rote Licht über der Türe flackernd erlosch und ihn eine Stimme aus dem Lautsprecher zum Eintreten aufforderte.

Lesen Sie weiter

VolksLyrik – Der neue Gedichtband von Marco Kerler

volkslyrik-mock-upVolksLyrik
von Marco Kerler

Jetzt verfügbar!

Mit seinem Projekt VolksLyrik wagte der Ulmer Dichter Marco Kerler das mehrtägige Live-Experiment, seinen Besuchern Lyrik näherzubringen, indem er sie vor Ort in seinen Schaffensprozess integrierte. Dabei ging er weit über das bloße „dem Volk aufs Maul schauen“ hinaus. Er sammelte die Gedanken, Erinnerungen und Wünsche seiner Interviewpartner und konservierte sie lyrisch in der Zeitneutralität des Papiers.

9 Tage
Unzählige Kippen
100 Gedichte
Und Kaffee

Zum Autor:

Der Lyriker Marco Kerler ist 1985 in Ulm geboren und lebt immer noch dort.
Texte von ihm sind in diversen Anthologien und Magazinen veröffentlicht.
2011 erhielt er beim Förderpreis für junge Ulmer Kunst in der Sparte Literatur die Anerkennung der Stadt Ulm.
Er präsentiert seine Texte gerne live mit Musikern.

Mitgliedschaften:

Kunstwerk e.V. Ulm, Hauptverantwortlicher für Literatur
Literatursalon Ulm e.V., Gründungsmitglied
Ulmer Gestalten
Ulmer Autoren `81 e.V.

Einzelpublikationen:

2007 Damn Poetry, Cosmopolitan Art Verlag, Temeswar
2010 Notgroschen, Chapbook mit Collagen
2015 Schreibgekritzel, Manuela Kinzel Verlag, Göppingen

VolksLyrik
Marco Kerler
edition dreiklein
214 Seiten
12×19 cm
ISBN: 978-3-9817281-4-9
Preis: € 14,-

Ältere Beiträge

© 2017 – Reimwerk –

Theme von Anders NorenHoch ↑