- Reimwerk -

Die Autorenseite von Martin Gehring

Kategorie: Buchtipp (Seite 2 von 3)

Die Suche nach dem Vogel / Teil 2

Kapitel 2 – Der Große Attraktor

AttraktorIch ging durch Die Türe, nicht ohne mich noch einmal gründlich zu vergewissern, dass sie nicht doch versehentlich zufallen könnte und blickte in den Gang, der sich vor meinen Augen erstreckte. Anfangs verlief er schnurgerade und war zudem vollkommen schmucklos. An seiner Decke zog sich ein einzelnes Kabel entlang, das in regelmäßigen Abständen von Lampen unterbrochen wurde. Ich knipste den Lichtschalter an und sofort wurde der Gang von einem fahlen, leicht dämmrigen Licht ausgeleuchtet. Ich holte tief Luft, als müsste ich einen langen Tauchgang ohne Atemgerät absolvieren und marschierte entschlossen los. Nach einem kurzen Stück Weges erreichte ich auf der linken Seite des Ganges die Türe zum Raum, der den Großen Attraktor beherbergte. Ich beschloss, dort noch schnell nach dem Rechten zu sehen und trat in die Kammer ein. Neben dem Eingang stand eine hölzerne Werkbank mit verschiedenstem Werkzeug und einem Ölkännchen darauf. In der Mitte des Raumes stand der Große Attraktor selbst. Genau genommen war der Große Attraktor nicht einmal besonders groß oder gar beeindruckend. Es handelte sich viel mehr um eine schmucklose, quaderförmige Konsole von der Größe eines Schreibtisches.

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Die Suche nach dem Vogel / Teil 1

Kapitel 1 – Die gute Stube

Neulich sagte jemand zu mir: “Du hast ja einen Vogel” und tippte sich dabei an die Stirn. Das war seltsam, denn zuerst wusste ich nicht so recht, was mein Gegenüber damit eigentlich meinte. Schließlich hatte ich keinen Flattermann, ob Wellensittich oder Kanarienvogel, daheim in meiner Stube. Nur zwei Katzen. Und die sollte man, wie ein Jeder weiß, nicht zusammen mit Vögeln halten, denn das würde unter Umständen ein überaus böses und blutiges Ende nehmen. Doch bald schon ahnte ich was seine Geste bedeutete: Mit dem Tippen an seine Stirn meinte mein Gesprächspartner sicherlich, ich hätte einen Vogel, der sich in meinem Oberstübchen niedergelassen hatte. Und da ich mir nicht so ganz sicher war, ob er mit seiner Behauptung vielleicht nicht doch recht haben könnte, beschloss ich, den heiligen Hallen zwischen meinen beiden Ohren wieder einmal einen ausgedehnten Besuch abzustatten, um nachzusehen, ob dort nicht tatsächlich ein gefiederter Freund Logis genommen hatte.

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VolksLyrik von Marco Kerler

volkslyrik-marco-vorneVolksLyrik
vom Marco Kerler

edition dreiklein
Erscheinungstermin: Sommer / Herbst 2016
(Hier vorbestellen)
Preis: € 10,-

Mit seinem Projekt VolksLyrik wagte der Ulmer Dichter Marco Kerler das mehrtägige Live-Experiment, seinen Besuchern Lyrik näherzubringen, indem er sie vor Ort in seinen Schaffensprozess integrierte. Dabei ging er weit über das bloße “dem Volk aufs Maul schauen” hinaus. Er sammelte die Gedanken, Erinnerungen und Wünsche seiner Interviewpartner und konservierte sie lyrisch in der Zeitneutralität des Papiers.

9 Tage
Unzählige Kippen
100 Gedichte
Und Kaffee

Zum Autor:

Der Lyriker Marco Kerler ist 1985 in Ulm geboren und lebt immer noch dort.
Texte von ihm sind in diversen Anthologien und Magazinen veröffentlicht.
2011 erhielt er beim Förderpreis für junge Ulmer Kunst in der Sparte Literatur die Anerkennung der Stadt Ulm.
Er präsentiert seine Texte gerne live mit Musikern.

Mitgliedschaften:

Kunstwerk e.V. Ulm, Hauptverantwortlicher für Literatur
Literatursalon Ulm e.V., Gründungsmitglied
Ulmer Gestalten
Ulmer Autoren `81 e.V.

Einzelpublikationen:

2007 Damn Poetry, Cosmopolitan Art Verlag, Temeswar
2010 Notgroschen, Chapbook mit Collagen
2015 Schreibgekritzel, Manuela Kinzel Verlag, Göppingen

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Dieses Foto
(Für Paolo Percoco)

vom Strand
wir hatten Ufos gesehen
da lag meine Hand
in deiner
auf dieser Fotografie

Das Kulturgespenst

kulturgespenstDieser Beitrag, lieber Leser, möchte sich im Rahmen einer kleinen Geisterkunde einem besonders bedauernswerten Wesen der Schattenwelt widmen: Dem Kulturgespenst. Vorab ist jedoch anzumerken, dass schon seit vielen Jahren unter den Parapsychologen ein erbitterter Streit schwelt, ob es sich beim Kulturgespenst um ein Gespenst im eigentlichen Sinne handelt. Während die eine Seite auf der Meinung beharrt, das Kulturgespenst sei dem Kreis der überwiegend lebenden Wesenheiten zuzuordnen, räumt die andere Fraktion immerhin ein, man hätte es mit einer nur “mehr oder weniger” toten Geistererscheinung zu tun. So absurd es klingen mag, aber der wissenschaftlich ungeklärte Seinsstatus des Kulturgespenstes wird dieser Kreatur nur gerecht. Zusammenfassend ist zu sagen: Alles, was das Kulturgespenst betrifft, ist in der einen oder anderen Form kompliziert.

Das Kulturgespenst manifestiert sich meist in weiblicher Gestalt, ist über die Maßen schlank – man könnte es beinahe schon als ausgemergelt und verhärmt bezeichnen, mehr oder minder durchsichtig und meistens in Kleidung in Erdtönen gehüllt. Lediglich ein farbenfroher Schal ist als Kontrast gestattet. Meist trifft man das Kulturgespenst in Galerien oder auf Vernissagen an, wo es hohlwangig und vollkommen durchgeistigt in unerträglicher Langsamkeit von Gemälde zu Gemälde wandelt oder auch levitiert und dabei Dinge wie “Dieses Bild hat so eine stille Intensität.” oder “Jene Zeichnung ist von schreiender Transzendenz.” vor sich hinmurmelt. Auch auf Konzerten, ganz gleich, ob klassisch oder modern, ist das Kulturgespenst häufig zu finden. Dabei kauert es wie paralysiert an seinem Platz, die Augen geschlossen, den Kopf leicht schräg und gibt sich dem Musikgenuss hin. Eine weitere Erscheinungsform des Kulturgespenstes kann man in öffentlichen Verkehrsmitteln antreffen. Dort sitzt es dann in seiner Bank, hält beispielsweise Adornos “Ästhetische Theorie” in Händen und sinniert mit leerem Blick vor sich hin oder macht sich Notizen.

Der Wissenschaftsstreit um das Kulturgespenst findet seinen Ursprung in der Tatsache, dass man mit ihm, im Gegensatz zu den meisten anderen Wesen der Schattenwelt, auf die eine oder andere Weise durchaus auch sozial interagieren kann. Davon ist jedoch dringend abzuraten, es sei denn, man ist mit unerschöpflicher Geduld ausgestattet. Das zeigt sich im Besonderen, wenn man ein Kulturgespenst zum Essen ausführt. Während man sich selbst nach einem flüchtigem Blick in die Menükarte für die Nummer 15 und ein Bier entschieden hat, blättert das Gegenüber endlos lange in der Speisekarte, erwägt und verwirft, kombiniert und schließt aus und wählt nach einem schier unendlichen und komplexen Auswahlverfahren einen kleinen gemischten Salat ohne Dressing und ein stilles Wasser. Auch die Mahlzeit selbst wird zur nervenaufreibenden Geduldsprobe. Längst hat man sein XXLSchnitzel mit großer Beilagenplatte verputzt und mehr Bier nachbestellt, da stochert und pickt das Kulturgespenst noch in seinem Salat, sortiert Tomate zu Tomate, stapelt Radieschenscheiben, arrangiert um, lässt ihn am Ende ungegessen stehen und betreibt Konversation.

Einem Kulturgespenst das Leben zu erleichtern, ist ein schlichtweg unmögliches Unterfangen, da sich dieses erbarmungswürdige Spukwesen auf Schritt und Tritt selbst Steine in den Weg legt und sein Dasein unnötig schwer macht. Jede Hilfestellung wird endlos überdacht und in all ihren Facetten ausdiskutiert, Alternativen werden gesucht und nicht gefunden: Am Ende verbleibt alles im Ausgangszustand und das Kulturgespenst schwebt zur nächsten Ausstellungseröffnung, Jazzmatinee oder schaltet auf ARTE um. So bleibt dem Geisterkundigen nur, das Kulturgespenst so hinzunehmen wie es ist, nämlich kompliziert.

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Notizen-WebtErschienen ist der Aufsatz Das Kulturgespenst in den Notizen aus dem Oberstübchen:

Notizen aus dem Oberstübchen
von Martin Gehring
(Bestellen)

Mit seinem Sammelband ‚Notizen aus dem Oberstübchen‚ nimmt der Ulmer Autor Martin Gehring den Leser mit auf eine abwechslungsreiche Expedition durch sein Gedankenuniversum.

Humorvolle Limericks wechseln sich mit überraschenden Essays und Miniaturen, spannende Erzählungen mit (un)sinnigen Gedichten ab und vermitteln so einen Einblick in die Gefühlswelt des Autors.

Notizen aus dem Oberstübchen‚ ist ein Buch zum Schmökern, Lachen und Träumen, aber zugleich auch ein Leitfaden zum eigenen Nachdenken.

Broschiert: 102 Seiten
Verlag: Manuela Kinzel Verlag
Auflage: 1 (24. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3937367989
Preis: € 9.95
Größe und/oder Gewicht: 11,3 x 1,5 x 21,1 cm

Die Ferne von Florian Arnold

BookCoverDie Ferne
Florian Arnold (Autor)
Mirabilis Verlag
Leseprobe

“Ich sah mit ihren Augen diese fremden Straßen und Häuser, ich sah die Kleidung der Menschen und ich hörte ihre Sprache, und alles jagte mir Angst ein und peinigte mich mit der Sehnsucht, selbst all das zu sehen und zu hören …”

Aufgewachsen als Sohn eines Vulkanforscherehepaars ist Evren Attocker vor allem eines: fremd im Leben. Als er aus Versehen das eigene Elternhaus anzündet, flieht er in ein fernes Land, um jenseits des trügerischen Alltagsbewusstseins den eigenen Lebensmustern wie auch den großen Geschichten seiner Familie nachzuspüren.

Zwischen Epik und Schauergeschichte, ironischer Verlorenenfantasie und imaginärer Welt(en)reise ist das Buch – so ein Testleser – „schmerzhaft, schön und manchmal ziemlich verstörend“.

„Die Ferne“ ist Florian L. Arnolds zweiter Roman, nachdem 2015 „Ein ungeheuerlicher Satz“ im Mirabilis Verlag erschienen war. „Die Ferne“ ist eine bildgewaltige Erzählung über die Irrwege des Erinnerns, über Freundschaft und Liebe, Einsamkeit und Verlust. Mit unbändiger Fabulierlust schafft der Autor unglaubliche Szenarien: ein Füllhorn von Bildern und Personen, in dem existenzielle Erfahrung und sinnliche Fantasiewelten zusammenwachsen.

Roman, 276 Seiten.
Mirabilis Verlag, 2016
Franz. Klappenbroschur
27 Abbildungen
Preis: € 16,90
ISBN 978-3-9816674-4-8

Ein ungeheuerlicher Satz von Florian Arnold

satz (2)Ein  ungeheuerlicher Satz
Florian Arnold (Autor)

Zum Buch:

„Wir gehen weg“. Nachdem der Vater des Erzählers diese Worte ausgesprochen hat, verändert sich alles. Die Kindheit im Haus eines Schriftstellers, der sich „mit tränenden Augen der Gegenwart entledigt, über Büchern gekrümmt wie ein Ungeborener“, wird zur Beobachtung einer familiären Katastrophe, über die nie jemand spricht und die doch in jedem Satz nachwirkt – ob gesprochen, gedacht oder geschrieben. Der Vater, eine Hermann-Burger-Figur, ist ein rauchender Melancholiker, geheimnisvoll in seinem scheinbar kindischen Hass auf das Licht, die Sonne, die Hitze, den Sommer. Ein Mann, der mit seinem Sohn über einen längst verwilderten Friedhof spaziert und Grab­steine buchstabiert, entziffert und sich von seinem Kind die Lebensdaten ausrechnen lässt.

»Die Lüge ist das Einzige, auf das Verlass ist«
Florian L. Arnolds Novelle ist Dokufiktion, Fabel und erzählerisch dichte Bildkomposition. Die Sprache wird hier zur einzigen Heimat, die der Mensch besitzt.

Zum Autor:

Florian L. Arnold, geboren 1977 in Ulm/Do., studierte Kunstwissenschaften. Der Nachtarbeiter mit österreichischen Wurzeln arbeitet als freier Zeichner, Schriftsteller und Sprecher. Nach den satirisch-sprachspielerischen Publikationen „A biß Z! Handwörterbuch zur Beseitigung der modernen Ratlosigkeit“ (2012) und „Würstelessen mit Aliens“ (2013) liegt mit „Ein ungeheuerlicher Satz“ die erste Novelle vor – das erzählerisch dichte Bild einer Familie, die erkennen muss, dass kein Geheimnis für immer bestehen kann.

Zur Buchmesse Leipzig 2016 erscheint sein Roman “Die Ferne”, wiederum im Mirabilis-Verlag.

Das Buch enthält 7 Abbildungen – Grafiken in Schwarz-Weiß von Florian L. Arnold.

Leseprobe

Broschiert: 144 Seiten
Verlag: Mirabilis; Auflage: 1 (6. März 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3981667417
ISBN-13: 978-3981667417
Größe und/oder Gewicht: 12,3 x 1,5 x 18,8 cm

Das “Tao Teh Kitteh” von Georg Sandhoff

taoTao Teh Kitteh

Teh Book Ov Teh Wai An Teh Laif Bai Master Lao Tzee

Georg Sandhoff (Autor)
Marion Hartlieb (Illustrationen)
(Bestellen)

“Wenn Katzen Bücher kaufen würden, wäre das „Tao Teh Kitteh“ definitiv ihre erste Wahl.”

Von dem Essener Autor Georg Sandhoff in LOLSPEAK, die Kunstsprache der Katzenmemes übersetzt und von der Ulmer Grafikerin und Kinderbuchautorin Marion Hartlieb liebevoll künstlerisch umgesetzt, ist das altehrwürdige Tao Te King von Meister Laotse mit seinen 81 individuell gestalteten Kapiteln in dieser Form ein unverzichtbarer Begleiter und Ratgeber für das Zusammenleben von Mensch und Katze.

“Ein Buch, das in keinem Bücherregal fehlen darf!”

Ab sofort ist das Tao Teh Kitteh direkt bei edition dreiklein, im Buchhandel und online für € 9.95 erhältlich.

U CAN HAZ REVELASHUNZ, SRSLY!

Broschiert: 88 Seiten
Verlag: Edition Dreiklein (16. Februar 2016)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 3981728130
ISBN-13: 978-3981728132
Größe und/oder Gewicht: 11,8 x 1 x 19 cm

 

Vom Schreiben schreiben

Notizen-WebtFrüher oder später gerät der Autor an einen Punkt, an dem er, obschon etliche Themen zur Verfügung stehen, keines parat hat, dass genügend Substanz für einen ausreichenden Aufsatz bereit hält. Dies ist natürlich eine recht unangenehme Situation, denn sein kleinerer oder auch größerer Leserkreis erwartet sehnlich neuen Stoff. Der Autor blättert sich also durch sein Archiv, sichtet dies und verwirft das und muss am Ende feststellen, dass er für den heutigen Tag mit leeren Händen dasteht.

Nun ist guter Rat teuer. Keine Ereignisse zur Hand oder Ideen im Kopf, die erwähnenswert wären oder dem Anspruch des Autors gerecht würden. Nicht einmal spektakulär aufgeblasen und mit etwas Dramatik oder wahlweise auch Humor gewürzt, gäben die paar lustlos zusammen gekramten Alltagsbanalitäten irgendetwas her, dass des Aufschreibens auch nur annähernd würdig wäre. Auf seiner verzweifelten Suche nach etwas, dass sich zu Papier bringen lässt, mäandert der Autor gehetzt durch die verschlungenen Windungen seines leeren Hirns, dass sich allmählich und unaufhaltsam zu einem schlecht ausgeleuchteten, zugigen und ungemütlichen Nichts verdichtet.

Eigentlich ist jetzt der Moment gekommen, es mit Lyrik zu versuchen. Bekanntlich entsteht Lyrik, wenn sich das Gehirn in dunkelstem Gemütszustande gleichsam selbst auswringt und die heraussickernde Essence Absolue auf ein Substrat aus Verzweiflung und Trübsal fällt, um dort zu Reimen zu keimen. Man könnte den Herbstbeginn thematisieren. Ein Blick aus dem Fenster auf einen regnerischen Septembernachmittag gäbe einigen Anlass, ein paar weh- oder schwermütige Abschiedsoden an den Sommer aus dem Ärmel zu schütteln. Doch schon die bislang geschafften wenigen Zeilen scheinen konstruiert und triefen vor solch künstlicher Gefühlsimitation, dass sie nicht einmal einen Platz auf den eselsohrigen hinteren Seiten eines abgegriffenen Poesiealbums verdienen. So schlimm kann es also um das Gemüt des Autors nicht bestellt sein, denn sonst brächte er zumindest etwas brauchbare Lyrik für den unaufmerksamen und leicht zu begeisternden Leser zustande.

So gesehen ist es in der Tat ein großes Glück, wenn der Autor am einen oder anderen Tag besser nichts zu Papier bringt. Denn er würde das Geschriebene dieses Tages nur wenig später mit Grausen betrachten und sich ernsthaft fragen, was in ihn gefahren ist, solch unsinniges Zeug zu schreiben. Er würde vor sich selbst dastehen wie ein Hochstapler, der in der Hoffnung auf unverdienten Beifall dem Leser ein paar leere Worthülsen wie Erdnüsse hinwirft. Oder wie ein Fallensteller, der hofft, dass an seiner klebrig-schmalzigen Lyrikschleimspur, lieblos zusammengekocht aus sentimentalen Wortaneinanderreihungen, -verdrehungen und unsinnigen Zeilenumbrüchen der eine oder andere Gast hoffnungslos klebenbleibt.

Mit diesen Gedanken enden die Zeilen des Autors und er blickt nicht unzufrieden auf ein Resultat, das beweist, wie man in der Not auch aus nichts etwas machen kann. Frohgemut reibt er sich die Hände und zündet sich eine wohlverdiente Zigarette an, während er bei einer duftenden Tasse Espresso seinen eben geschriebenen Aufsatz noch einmal sorgfältig und mit großer Genugtuung redigiert. Als er nach der einen oder anderen Korrektur leidlich zufrieden ist, erhebt sich der Autor von seinem Werk und dunkelt das Licht im Arbeitszimmer ein wenig ab. Dann macht er es sich in seinem Sessel bequem und wartet darauf, dass die Falle zuschnappt.

Der Aufsatz “Vom Schreiben schreiben”  erschien in meinen ersten Buch “Notizen aus dem Oberstübchen“.

Broschiert: 102 Seiten
Verlag: Manuela Kinzel Verlag
Auflage: 1 (24. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3937367989
Preis: € 9.95
Größe und/oder Gewicht: 11,3 x 1,5 x 21,1 cm

Schreibgekritzel von Marco Kerler

schreibgekritzelSo ziemlich genau heute vor einem Jahr ist Marco Kerlers Lyrikband “Schreibgekritzel” beim Manuela Kinzel Verlag erschienen.

Eine gute Gelegenheit also, noch einmal auf diesen Gedichtband der ungewöhnlicheren Sorte hinzuweisen.

Marco Kerler wird übrigens auch vom 12.03. – 20.03. mit seinem Projekt Volks-Lyrik auf dem Kunstschimmer4, der Kunstmesse in Ulm vertreten sein.

Zum Buch:

Wenn Marco Kerler in seinem Gedicht OFF ROAD ‘dem Mond in die Fresse fährt’ oder in SurfBrett ‘bis zum Dead End am Filmriss streift’, dann weiß man, dass liebliche Feiertagslyrik nicht seine Sache ist. Marcos Metaphern rauschen in Höchstgeschwindigkeit auf Gegensätze zu, wie sie nur bei Nachtfahrten an Autobahnraststätten anzutreffen sind. Knallhart am lyrischen Puls der Zeit.

Zum Autor:

1985 in Ulm geboren. 2007 erschien sein Debüt Damn Poetry. 2010 sein Chapbook NotGroschen. Weitere Texte von ihm sind in diversen Anthologien und Magazinen veröffentlicht. 2011 erhielt er beim Förderpreis für junge Ulmer Künstler in der Sparte Literatur die Anerkennung der Stadt Ulm. Er ist Mitglied bei den Ulmer Autoren 81 e.V. und im Künstlernetzwerk der Ulmer Gestalten. Bei Kunstwerk e.V. Ulm ist er Hauptverantwortlicher für Literatur. In der experimentellen Rockband MarcoBeatZ vertont er seine Texte selbst.

Produktinformation:

Broschiert: 78 Seiten
Verlag: Manuela Kinzel Verlag; Auflage: 1 (25. Februar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3955440338
ISBN-13: 978-3955440336
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Größe und/oder Gewicht: 11,6 x 1,2 x 21,1 cm

Herr Wozu und sein Schlagwort

herr wozuBuchtipp – Herr Wozu und sein Schlagwort
von Dagmar Herrmann

Zum Buch:

Die Ich-Erzählerin begibt sich auf einer Reise durch die Welt der Märchen und fantastischen Geschichten heraus ihrer grauen Wirklichkeit in die Welt des schönen Scheins, dem Reich der Elfe Fionya Federleicht, entführt von Herrn Wozu, einem kleinwüchsigen Männchen, zu dem einzigen Zweck dem gesunden Menschenverstand wieder auf die Beine zu verhelfen. Der neunmalkluge Wicht und sie liefern sich Verlaufe der Geschichte immer wieder etliche heitere bis besinnliche Wortgefechte, die darin gipfeln, dass sich die gegenseitigen Standpunkte auf wundersame Weise näherkommen ebenso wie die unterschiedlicher nicht sein könnenden Protagonisten.

Zur Autorin:

Dagmar Herrmann, Jahrgang 1946, wohnhaft in Bremen, aus einer Arbeiterfamilie im Bremer Westen stammend, ließ schon früh erzählerisches Talent erkennen. Ihre Begabung lag etliche Jahre brach, da sie sich als Büroangestellte durchs Leben schlagen musste. Seit dem Ruhestand kann sie sich der Neigung des Fabulierens (und Malens) wieder in vollem Umfang widmen. In Erzählungen und Märchen knüpft sie an an die Gefühlswelt des Kindes und der Jugendlichen, zwischen Verlust und Überschwang. Über aktuelle gesellschaftliche Ereignisse und Begebenheiten des alltäglichen Lebens reflektiert Dagmar Herrmann in oft melancholischen, bisweilen ironischen oder humorvollen Kurzgeschichten und Gedichten. Seit sieben Jahren veröffentlicht Dagmar Herrmann Texte, ebenfalls eigene Bilder und Illustrationen, im „Irrtu(r)m“ bei der Initiative zur sozialen Rehabilitation. Außerdem erschienen Texte, Prosa und Lyrik, in Anthologien im Dorante-Verlag/Literaturpodium, ebenso wie Gedichte in der Frankfurter Bibliothek. Seit Februar 2016 schreibt sie als Verlagsautorin für den Brokatbook-Verlag.

Herr Wozu und sein Schlagwort erscheint als eBook und ist in verschiedenen Downloadformaten (mobi, epub, pdf) u.a. auf der Seite des Brokatbook Verlages oder bei Amazon für € 3.49  zu beziehen.

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