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Kategorie: Lyrik (Seite 1 von 5)

Der Dackel aus Kloten – 100 halbwegs hylfreiche Limericks

Wie es das Schicksal oder der Ideenreichtum so will, ändert sich manchmal noch etwas.

So auch am Buchcover von “Der Dackel aus Kloten – 100 halbwegs hylfreiche Limericks“.

Hier findet sich also nun das vorläufig endgültige Cover (Illustration: Dorothea Grathwohl, Artwork: Marion Hartlieb) mit dem tatsächlich endgültigen Titel.

Nun kommt die Fleißarbeit: Schrift aussuchen, Satz, Illus einbauen u.s.w…

Aber es geht voran. Demnächst mehr.

100 Limericks – Ein Buch im Werden

So ein Büchlein mit Limericks macht ja jede Menge Arbeit, aber so langsam haben sich alle 100 Gedichte für das Bändchen eingefunden.
Es sind tatsächlich auch noch einige längst vergessene, erstaunliche Frühwerke aus der verborgenen Kammer allen lyrischen Fallouts, der sich seit Urzeiten dort angesammelt hat, aufgetaucht.

Jetzt nur noch den ganzen Kram sortieren, halbwegs sinnvoll zu Kapiteln zusammenfassen, (ganz wichtig) einen Titel überlegen, mich auf Dorothea Grathwohls Zeichnungen freuen und (ebenso wichtig) die Verfasser des großen Limerickstandardwerkes “Limerick Teutsch” aus dem Jahre 1969, nämlich die Herren Bungter und/oder Frorath, so sie aufzutreiben und  Willens sind, untertänigst um ein Vorwort bitten.

Geht also vorwärts.

Hier übrigens der Limerick zu beigefügter Illustration:

Es sagte ne Dame aus Wuppertal
zu ihrer Bekannten: Jetzt schnupper mal.
Ich hab meinen Alten zerhackt
und in Schüsseln verpackt.
Du riechst nix. Da lob ich mir Tupper mal.

Neu-Ulm

Von Pflasterstein
zu Pflasterstein
Zebrastreifen zur Schule
Winkende Schülerlotsen
Den Schatten berühren
bringt sicheres Unglück
Vanilleeis oder Schoko in Silberpapier
Mit der Milchkanne in den Laden
Keine Bonbons von fremden Männern
Die nette Verkäuferin lächelt
in Kaiser’s Kaffeegeschäft
Rädchen Gelbwurst beim Metzger
Schreck Scheibenklirren
wenn der Ami seine Panzer
durch die Stadt bewegte
Leiser die Zirkuselefanten
Rüssel an Schwanz an Rüssel
Die schwarze Sägemaschine
In der Luft Geruch nach Holzvergaser
Die Überlebenden oft grau
Landsermützen noch
Billige Zigarren mit Mundstück
Ein Bein zum Humpeln an Krücken
das andere in Stalingrad geblieben
Und müde der Blick
Hier noch ein Foto
Ein alter Super 8 Film
vom braunen Cordanzug
In der Hand die Kommunionskerze

Wegpunkt

Fahrstuhl zur Seele
Der Reiz einer Kollision
Köpfe und Nägel

Programmende

Die Küche
Die Mikrowelle
Der Toaster
Das Erschrecken

Gstanzl zum Oktoberfest

Auf der Wiesn, do is lustig.
Auf die Wiesn muaß ma geh’n,
weil do kannst an ganzen Haufen
einig’schmeckte Deppen seh’n.

Unser Madl braucht a Dirndl,
drum hupf mer glei in’d Stadt
und holen’s uns beim Lidl,
weil der Dirndln billig hat.

Krachlederne san teuer,
Ja, san die denn verruckt?
Mei Hos’ is net aus Leder,
doch in Krachoptik bedruckt.

Jetzt schau’ mer aus wie Trottln.
So a bisserl grenzdebil.
Ja, mir ham a Bayernticket
und die Wiesn ist das Ziel.

Mir geh’n glei’ ins erste Bierzelt,
weil mir ham an Riesendurscht.
A Maß Bier kost’ zwar zehnneunzge,
aber dös is uns heut’ wurscht.

Weil die Maßen so schlecht g’schenkt san,
bestell mer schnell no’ zwei.
Unser Madl will jetzt weiter,
also press’ mer’s in uns nei.

Vor’m Scheißhaus wart’ a Schlang’n,
so lang halt mer’s nimmer aus.
Willst du auf der Wiesn biseln,
gehst halt ganz schnell hinten naus.

Mir ham no net ganz ab’klopft
kommt der Sheriff mit am Stern.
Wildes biseln: Vierzig Euro,
uns ist’s leichter, mir zahl’n gern.

Jetzt kriegt’s Madl no a Herzerl,
und der Geldbeutel ist leer.
Und mir Buam, mir san recht b’suffa.
Grad so passt’s, was woll’mer mehr.

Auf der Heimfahrt wird’s uns übel
und mir fühl’n uns elend krank,
doch im Zug lasst sich’s g’scheit kotzen.
Jetzt is besser, Gottseidank.

Und am Sonntag früh um oanse
samma endlich wieder z’haus.
Neggschtes Jahr ist au a Wiesn.
Ja, da fahr’n mir wieder naus.

Unbestimmt

Was vor der Zigarette
danach geschah?
Darüber halten die
Beteiligten Stillschweigen.
Verlautbarungen
(wiewohl offiziell)
aus der Luft gegriffen.
Und im Ministerium
für vage Vermutungen
tagt der Krisenstab.

Getaucht

Weltkakophonie
Über sich lassen
Wogenbrüllen
Von der nassen Seite
Und fern
Das Knirschen
Der Zahnwale

Buchvorstellung “Warten” von Dagmar Herrmann

cover_warten-fuer-webWarten von Dagmar Herrmann

· warten ·

„… auf das traumboot der liebe wer einsteigt macht sich keine gedanken ob es ab nach kassel ins blaue oder ins tal der tränen geht umsteigen auf seenotkreuzfahrt schiff mit bumsfallera geht es weiter wenn das auge auch nicht trocken bleibt weiß der blinde passagier wo die fahrt endet · warten · …“

In ihrem neuen Buch führt die Bremer Autorin Dagmar Herrmann den Leser durch das weitläufige Universum des Wartens und beschreibt Kapitel um Kapitel einen Zustand, der alles andere als Stillstand ist. Wortgewaltig füllt sie die vermeintliche Leere und Sinnlosigkeit des Wartens mit Anspielungen, Beschreibungen und Details zur Befindlichkeit der Welt und der Gesellschaft. „Warten“ ist ein Werk, das durch seine verblüffende Vielschichtigkeit und Aussage das Publikum geradezu herausfordert, Zeiten des Verharrens und des Wartens mit Sinn und Leben zu erfüllen.

bio-bildAutorin:

Dagmar Herrmann, ein waschechtes Arbeiterkind aus dem Bremer Westen, Autodidaktin, kann sich seit ihrem Ruhestand intensiv ihren Lieblingsbeschäftigungen, dem Schreiben und Malen widmen. In oft melancholischen, bisweilen ironischen oder humorvollen Kurzgeschichten und Gedichten sowie Bildern reflektiert sie über die Welt und das Leben.

Seit mehr als sieben Jahren engagiert sich und veröffentlicht Dagmar Herrmann Texte, eigene Bilder und Illustrationen beim „Irrtu(r)m“, einer Initiative zur sozialen Rehabilitation. Außerdem erschienen, neben zwei Büchern, weitere Texte, Prosa und Lyrik in diversen Anthologien.

Publikationen:

Herr Wozu und sein Schlagwort – Brokatbook Verlag
Märchen im neuen Gewand – Brokatbook Verlag
Texte, Prosa und Lyrik, in Anthologien im Dorante-Verlag/ Literaturpodium sowie Gedichte in der Frankfurter Bibliothek

Warten – Dagmar Herrmann
Taschenbuch: 124 Seiten
Verlag: Edition Dreiklein (21. November 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3981728156
Größe und/oder Gewicht: 12 x 0,7 x 19 cm

VolksLyrik – Der neue Gedichtband von Marco Kerler

volkslyrik-mock-upVolksLyrik
von Marco Kerler

Jetzt verfügbar!

Mit seinem Projekt VolksLyrik wagte der Ulmer Dichter Marco Kerler das mehrtägige Live-Experiment, seinen Besuchern Lyrik näherzubringen, indem er sie vor Ort in seinen Schaffensprozess integrierte. Dabei ging er weit über das bloße „dem Volk aufs Maul schauen“ hinaus. Er sammelte die Gedanken, Erinnerungen und Wünsche seiner Interviewpartner und konservierte sie lyrisch in der Zeitneutralität des Papiers.

9 Tage
Unzählige Kippen
100 Gedichte
Und Kaffee

Zum Autor:

Der Lyriker Marco Kerler ist 1985 in Ulm geboren und lebt immer noch dort.
Texte von ihm sind in diversen Anthologien und Magazinen veröffentlicht.
2011 erhielt er beim Förderpreis für junge Ulmer Kunst in der Sparte Literatur die Anerkennung der Stadt Ulm.
Er präsentiert seine Texte gerne live mit Musikern.

Mitgliedschaften:

Kunstwerk e.V. Ulm, Hauptverantwortlicher für Literatur
Literatursalon Ulm e.V., Gründungsmitglied
Ulmer Gestalten
Ulmer Autoren `81 e.V.

Einzelpublikationen:

2007 Damn Poetry, Cosmopolitan Art Verlag, Temeswar
2010 Notgroschen, Chapbook mit Collagen
2015 Schreibgekritzel, Manuela Kinzel Verlag, Göppingen

VolksLyrik
Marco Kerler
edition dreiklein
214 Seiten
12×19 cm
ISBN: 978-3-9817281-4-9
Preis: € 14,-

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