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Kategorie: Prosa (Seite 1 von 3)

Der Energievampyr

Jedes Jahr kommt unweigerlich die Zeit, zu der Halloween vor der Türe steht. Gibt es eine bessere Gelegenheit, auch einmal an die weniger bekannten und auch oftmals zu Unrecht verkannten Kreaturen der Monsterheit zu denken? Dieser Aufsatz, lieber Leser, möchte sich einem Wesen widmen, das kaum im öffentlichen Blickfeld steht und dennoch täglich Einfluss auf unser Leben und nicht zuletzt unseren Geldbeutel nimmt. Es handelt sich um den Energievampyr.

Der Energievampyr ist ein entfernter Vetter des gemeinen, Blut saugenden Vampyrs. Ebenfalls aus den schroffen Gebirgstälern der Karpaten stammend, ist für den Energievampyr auf Grund eines genetischen Defekts, hervorgerufen durch Jahrhunderte lange Inzucht in der transsylvanischen Abgeschiedenheit, Blut vollkommen unbekömmlich. An der Schwelle zum 20. Jahrhundert und kurz vor dem Aussterben stehend, entdeckten die letzten Energievampyre jedoch die nahrhafte und belebende Wirkung des elektrischen Stromes. Fürderhin war keine Steckdose und kein Elektrizitätswerk mehr vor dem unheiligen und kostenintensiven Treiben der Energievampyre sicher.

So gut wie nie bekommt man den seltenen Energievampyr zu Gesicht. Verstohlen dringt er des Nachts in die Wohnstuben der Menschen ein, zapft die erstbeste Steckdose an, die er an der Wand findet und saugt so lange Strom ab, bis sein unbezähmbares Verlangen nach elektrischer Energie gestillt ist. Danach verschwindet er ebenso lautlos wie er gekommen ist und macht sich bald auf die Suche nach der nächsten Stromquelle. So bleibt der maßlose Stromkonsum der Energievampyre häufig unbemerkt und meist kommt das böse Erwachen für den befallenen Haushalt erst mit der nächsten Stromabrechnung.

Es gibt jedoch Möglichkeiten, sich vor einem Angriff durch Energievampyre zu schützen. Einfache handelsübliche Babysicherungen, angebracht an den Steckdosen, sind für die lästigen Stromsauger ein unüberwindbares Hindernis. Doch gleichzeitig sollte man nicht vergessen, dass auf diese Weise einem ansonsten harmlosen und liebenswerten Wesen die Lebensgrundlage entzogen wird. Besonders im Winter sollte es uns eine Verpflichtung sein, notleidende Energievampyre mit Nahrung zu versorgen. Eine aufgeladene Autobatterie und ein Paar Starterkabel auf dem Balkon oder im Vorgarten bereitgestellt, werden von den hungernden Energieverbrauchern dankbar angenommen und garantieren ihr Überleben in schweren Zeiten.

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Notizen-WebtErschienen ist die Kurzgeschichte „Der Energievampyr“ in den Notizen aus dem Oberstübchen:

Notizen aus dem Oberstübchen
von Martin Gehring
(Bestellen)

Mit seinem Sammelband ‚Notizen aus dem Oberstübchen‚ nimmt der Ulmer Autor Martin Gehring den Leser mit auf eine abwechslungsreiche Expedition durch sein Gedankenuniversum.

Humorvolle Limericks wechseln sich mit überraschenden Essays und Miniaturen, spannende Erzählungen mit (un)sinnigen Gedichten ab und vermitteln so einen Einblick in die Gefühlswelt des Autors.

Notizen aus dem Oberstübchen‚ ist ein Buch zum Schmökern, Lachen und Träumen, aber zugleich auch ein Leitfaden zum eigenen Nachdenken.

Broschiert: 102 Seiten
Verlag: Manuela Kinzel Verlag
Auflage: 1 (24. September 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3937367989
Preis: € 9.95
Größe und/oder Gewicht: 11,3 x 1,5 x 21,1 cm

 

Rettet den Golem!

Bekanntlich ist der Herbst die Phase des Jahres, während der wir uns auch einmal an unsere übersinnlichen Mitbürger erinnern. Ihren Höhenpunkt findet die Zeit des Gedenkens alljährlich an Halloween, dem Internationalen Feier- und Ehrentag der Geister und Gespenster, der Monster und Ghule, der ektoplasmatischen Nebel und grenzkörperlichen Zwischenexistenzen, der Gestaltwandler, Inkuben, Sukkuben, Vampiren, Untoten und Spektralwesen.

Aus diesem Grunde möchte ich dich, lieber Leser, an dieser Stelle auf eine ganz besonders gebeutelte Spezies aus der Schattenwelt aufmerksam machen und dein Mitgefühl für diese (man kann es durchaus so drastisch formulieren) vom unmittelbaren Aussterben bedrohten Mithalbmenschen wecken. Es handelt sich, du ahnst es wahrscheinlich schon, um die bedauernswerte Gruppe der Golems.

Der moderne Golem hat heutzutage mit vielen Schwierigkeiten und sozialen Problemen zu kämpfen. So liegt es zum Beispiel in seiner Natur, dass er aufgrund seiner lehmig-erdigen Beschaffenheit schmutzt. In einer Welt, deren Gott Hygiene heißt und sein göttlicher Atem Sagrotan, steht der Golem auf verlorenem Posten. Aus Angst vor Allergien hält sich die Menschheit von ihm fern und verbannt ihn auf diese Weise, wenn auch ungewollt, an den Rande der Gesellschaft, wo ihm nichts anderes bleibt, als kümmerlich dahin zu vegetieren.

Ein weiteres Problem, dass dem Golem schwer zu schaffen macht, ist der sich ständig beschleunigende Klimawandel, von dem unsere Welt heimgesucht wird. Der größte Feind des Golems ist bekanntlich die Trockenheit. Ein heißer und regenarmer Sommer wie der Letzte fordert gnadenlosen Tribut unter unseren lehmigen Mitbürgern. Ungenügende Flüssigkeitsaufnahme schadet der teigigen Substanz, die den Golem ausmacht. Erste Anzeichen einer Austrocknung sind quietschende Gelenke und ein knarzender, schwerfälliger Gang. Des Weiteren bilden sich Risse auf der Oberfläche des Golems und er fängt an zu bröckeln. Wird ihm weiterhin keine Flüssigkeit zugeführt, zerbröselt der bemitleidenswerte Matschmensch schließlich zu feinem Staub.

Das muss nicht sein! Geschickt platzierte Eimer mit Wasser oder ein eingeschalteter Rasensprenger, erleichterter Zugang zu Freibädern – auch außerhalb der Öffnungszeiten – oder eine im Garten vorbereitete, reichlich mit Schlamm ausgestattete Suhle zur besseren Substanzaufnahme kann unzählige Golemleben retten. Aber Achtung, lieber Leser. Vermeide es tunlichst, dem Golem Mineralwasser aus PE-Flaschen anzubieten, denn die darin gelösten Weichmacher können speziell bei jungen Artgenossen dieser Spezies verheerende Folgen haben. Schon geringste Mengen dieses heimtückischen Umweltgiftes verwandeln ehedem gesunde Junggolems in gallertene, quallenartige Schleimbeutel.

Zusammenfassend kann man mit Fug und Recht behaupten, dass der Golemschutz eine einfache und ohne viel Aufwand zu bewerkstelligende Sache ist. Wie man sieht können auch hier ein paar simple Tricks und Hilfestellungen das Leben einer bedrohten Gattung in Gefahr unendlich erleichtern und nicht zuletzt retten.

Selbstentsorgung, aber richtig

Letzte Nacht träumte ich von Star Trek. Jedoch fand ich mich nicht in der Welt der aktuelleren Staffeln wieder, sondern war an Bord der guten alten USS Enterprise unter dem Kommando von Cpt. Kirk und seiner wackeren Besatzung. Ich nehme an, dieser Traum kam zustande, weil ich zuvor zwei alte Star Trek Folgen auf ZDF Neo gesehen hatte. Zudem hat wahrscheinlich das 46. Jubiläum der Fernsehserie, dass mit einem Google Doodle gefeiert wurde, sein Übriges getan.

Ich kann mich leider nur an wenige Details aus den Traum erinnern: Ich weiß aber, dass ich auf der Kommandobrücke der Enterprise war, als diese von bösartigen Aliens unter Umgehung des Transporters geentert wurde. Die außerirdischen Invasoren sahen aus wie stark geschminkte, kleinwüchsige Menschen, hatten riesige, künstlich aussehende, freiliegende Gehirne und trugen glitzernde, bodenlange Lurexumhänge. Ich wunderte mich noch, warum die Außerirdischen trotz ihrer überlegenen Intelligenz und ihrer phantastischen technischen Möglichkeiten nur sehr gebrochen Deutsch sprachen (Wir Euch millionenfach überlegen und nun Enterprise übernehmen…), als ich unvermittelt und schlagartig aufwachte.

Plötzlich aufzuwachen ist allerdings schlecht. Ich fühlte mich zunächst einmal total verwirrt, körperlich gerädert und wollte mich, sprichwörtlich gesagt, am Liebsten selbst in die Tonne kicken. Doch damit beginnen auch schon die Probleme. Welche Tonne ist die Richtige? Man möchte zunächst meinen, die Biotonne wäre der perfekte Ort für eine fachgerechte Selbstentsorgung. Aber weit gefehlt. Allerlei Metall im Mund wie Gold und Amalgam, diverse Piercings (so vorhanden), Schrauben, Nägel, künstliche Hüftgelenke oder Herzschrittmacher lassen den umweltbewussten und auf strikte Mülltrennung konditionierten Bürger vor dem Betreten der Biotonne zaudern, denn solch unbedachte Entsorgung sorgt nicht nur für ein schlechtes Gewissen, sondern bedeutet auch Ärger mit den Müllkontrolleuren.

Dabei ist doch alles ganz einfach. Das Foto zeigt, wo z.B. Männer fachgerecht entsorgt werden. Abgelegte Männer gehören in eigens gekennzeichnete Container, die von den Entsorgungsbetrieben an den bekannten Sammelstellen bereitgestellt werden. Es ist wie beim Besuch einer öffentlichen Bedürfnisanstalt. Man wählt die Türe, deren Beschriftung oder Pictogramm am ehesten dem eigenen angenommenen Geschlecht entspricht, um dahinter seinen dringenden Verrichtungen nachzugehen. Und ebenso funktioniert die Selbstentsorgung: Damen gehören in den mit Frauen markierten Container und Herren verfügen sich bitteschön in den Männercontainer. Und wenn man sich nicht sicher ist, stehen einem die freundlichen Mitarbeiter der Wertstoffsammelstellen mit Rat und Tat zur Seite. Auf diese Weise kann man sich gelassen und mit dem tollen Gefühl, einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz geleistet zu haben, in den Recyclingkreislauf einbringen.

Das letzte Büro

Abdullah weigerte sich im ersten Augenblick danach, seine Augen zu öffnen. Vor einem Moment noch befand er sich auf einem Marktplatz in Bagdad, hatte, lauthals Allāhu akbar schreiend, den Splint seines Sprengstoffgürtels gezogen und war in einem gleißenden Lichtblitz vergangen. Er fühlte keine Schmerzen und war sicher, dass er sich nun als glorreicher Märtyrer im Paradies befinden müsse. Vorsichtig schlug er die Augen auf. Doch statt der nimmer endenden Freuden des Paradieses sah er lediglich ein schlichtes Wartezimmer. Er saß auf dem einzigen, etwas wackligen Stuhl, der im Raum vorhanden war. Er blickte an sich herab, sah sein Hemd, die Hose, die Sandalen und stellte fest, dass er vollkommen unverletzt war. Abdullah schaute sich im Wartezimmer um. Vor dem Stuhl stand ein niedriger Tisch, darauf einige abgegriffene Zeitschriften. An der Wand gegenüber, staubig, eine verdorrte Zimmerpflanze und eine hellere Stelle, an der vielleicht einmal ein Bild hing. Zu seiner Linken bemerkte Abdullah die einzige Türe im Raum. Über der Türe leuchtete eine rote Lampe. Daneben war ein altertümlich wirkender, stoffbespannter Lautsprecher angebracht, dessen Drähte in der Wand verschwanden. Der Boden des Warteraumes war mit grünen Linoleumkacheln belegt, an der Wand gegenüber der Türe gluckerte rachitisch ein Heizkörper. Es war zu warm, deshalb öffnete Abdullah einen weiteren Knopf seines Hemdes. Er wollte gerade nach einer der Illustrierten greifen, als das rote Licht über der Türe flackernd erlosch und ihn eine Stimme aus dem Lautsprecher zum Eintreten aufforderte.

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Familie Lemm reist nach Italien

Eines Morgens, Herr Lemm saß gerade im Büro und spitzte seine Bleistifte, da schoss ihm, wie aus heiterem Himmel, das Wort „Italien“ durch den Kopf. Schnell schob er das Wort beiseite und widmete sich noch intensiver dem neuen, elektrischen Bleistiftanspitzer. Doch „Italien“ wollte nicht verschwinden – es kreiselte um sein Hirn, immer an der Schädelwand entlang, wechselte unvermittelt die Richtung, zerfiel in einzelne Buchstaben und setzte sich – I, T, A, L, I, E und N – wieder zu „Italien“ zusammen.

„Italien, was für ein Unfug“, dachte Herr Lemm und wandte sich dem Posteingang zu. Er nahm das erste Schreiben, überflog es und stempelte es ab. Er wollte den Brief schon in den Postausgang legen, als er sah, dass er das Wort „Italien“ gestempelt hatte. Lemm rieb sich die Augen, kontrollierte kopfschüttelnd den Stempel und blickte noch einmal auf das Schreiben. Da stand gar nicht „Italien“, sondern das übliche „GESTEMPELT AM:“ und das aktuelle Datum. Erleichtert atmete er auf, denn er wollte schon an seinem Verstand zweifeln. Doch nun begann „Italien“ vor seinen Augen zu tanzen. Wenn Lemm die Lider schloss, sah er „Italien“ in die Netzhaut eingebrannt und einen Moment lang glaubte er, der Computer würde ihm leise „Italien“ zuraunen.

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Filderkraut

Es herrschte noch tiefste Dunkelheit, als Bauer Hämmerle seinen Krautacker auf den Fildern erreichte. Fröstelnd und mit knackenden Gelenken kletterte er von seinem Einundsechziger Eicher, dessen hellblaue Lackierung mit der undurchdringlichen Nebelsuppe verschmolz, die alles wie ein Leichentuch bedeckte. In der Ferne hörte man gedämpft die Hupe eines Lastwagens auf der Autobahn. Zischend atmete Hämmerle einen Schwall kühler Luft ein, hob den Kopf und hielt seine große, von der Kälte gerötete Nase in den Wind, als wolle er den Reifegrad seiner Kohlköpfe zu erschnuppern. Dann fischte er seine Zigarettenschachtel aus der Manteltasche, zündete sich mit dem Einwegfeuerzeug eine Ernte 23 an und wartete auf die Morgendämmerung. Während er rauchend an seinem Traktor lehnte, vernahm er plötzlich, gedämpft durch das gleichmäßige Blubbern des Dieselmotors, ein leichtes Schaben und Kratzen, das so klang, als käme etwas im Schutze der Dunkelheit näher gekrochen. Hämmerle blickte sich suchend um. Nichts zu sehen, aber das lag zweifellos am dichten Nebel, der in schweren Schwaden über dem Acker waberte und alles, was mehr als zwei Meter entfernt war, in gleichförmigem Grau verschwinden ließ. Sicher nur ein paar Feldmäuse auf der Suche nach einem Frühstück. Der Bauer blickte, herzhaft und lautstark mit weit aufgerissenem Mund gähnend, auf die grünlich floureszierenden Zeiger seiner Armbanduhr, deren Glas in der feuchtigkeitsgesättigten Luft sofort beschlug und beschloss, sich bis zum Sonnenaufgang noch ein wenig die Füße zu vertreten.

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Die Suche nach dem Vogel / Teil 6

Kapitel 6 – Der Limbus des Unbewussten

Immer rasanter wurde die wilde Fahrt auf dem ungezähmten Strom der Gefühle. Ich hielt mich an den morschen Bordwänden meines Kahns fest, beobachtete, wie die Flussufer an mir vorbei jagten und stellte mir bang die Frage, ob ich nicht einen Fehler gemacht hatte, als ich beschloss, mich auf diesen Teil meiner Suche zu wagen. Doch es bestand kein Zweifel, dass dies der richtige und einzige Weg sein musste, denn der Nullbock hatte mich mehr oder minder mit Nachdruck in mein steuerloses und zerbrechliches Gefährt befördert. Wie ein Papierschiffchen jagte und kreiselte mein Boot unkontrolliert durch tückische Stromschnellen und über gefährliche Untiefen. Manchmal spürte ich, wie sein Kiel am Grund des Flusses entlang schabte und das Holz der Planken knarzte und ächzte, wenn das Fahrzeug gegen eine Wasserwalze ankämpfte. Plötzlich trieb mein Gefährt geradewegs auf einen schroffen Felsen zu, der mitten aus dem Fluss ragte und den Weg versperrte. Verzweifelt suchte ich etwas, womit ich das Boot an dem Hindernis vorbei steuern konnte, doch mein Rucksack, in dem ich irgendein Hilfsmittel zu finden hoffte, war vor kurzer Zeit bei der riskanten Passage über einen kleinen Wasserfall über Bord gegangen. Da auch keine Riemen oder ein Steuer vorhanden waren, versuchte ich schließlich mit bloßen Händen paddelnd und rudernd den heimtückischen Felsen zu umschiffen. Doch es war alles vergebens – der Kahn ließ sich nicht von mir navigieren und krachte schließlich in voller Fahrt gegen das Riff, an dem er in tausend Stücke zerschellte. Ich wurde ins Wasser geschleudert.

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Die Suche nach dem Vogel / Teil 5

Kapitel 5 – Der Strom der Gefühle

Ich hatte gerade den ersten Schluck Wasser aus dem Bach genommen, als ich mich auf der Stelle herrlich erfrischt fühlte. Gierig trank ich weiter, um meinen Durst zu löschen. Mein Kopfschmerz löste sich auf wundersame Weise auf und das Schwindelgefühl, hervorgerufen vom Alkohol, verschwand. Dann zog ich meine Kleider aus, legte sie am Ufer des Baches zusammen und stieg in das kühle Wasser. Ich spürte, wie meine Haut angenehm zu kribbeln begann und meine Knochen und Gelenke knackten. Ich fühlte mich herrlich. Mit einem Mal, zuerst ganz langsam, dann immer schneller begann das Wasser im Bach zu steigen. Rasch kletterte ich ans Ufer zurück und schnappte mir meine Kleidung. Immer weiter stieg das Wasser und das vormals gemütlich gluckernde Bächlein verwandelte sich in einen reißenden Fluss. Ich konnte mich gerade noch auf eine kleine Anhöhe retten und sah von dort zu, wie das Wasser begann, die ganze Ebene unter mir zu überfluten. Ich setzte mich, um meine Situation zu überdenken. Noch während ich nachdachte, bemerkte ich, wie sich das Wasser wieder zurückzog und in sein Bachbett heimkehrte, als wäre nichts geschehen.

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Die Suche nach dem Vogel / Einschub des Autors

Ein Einschub des Autors

An diesem Punkt der Geschichte hält der Autor inne. Er legt die Feder beiseite, schraubt das Tintenfass zu und sortiert das bislang Geschriebene, um sich einen kritischen wie auch skeptischen Rückblick auf den bisherigen Fortgang der Erlebnisse seines Hauptdarstellers zu gönnen. Und nach gründlichem Studium des bislang Geschehenen muss er am Ende bedauerlicher Weise eingestehen, dass er sich in eine nahezu ausweglose Sackgasse geschrieben hat. Da es nun gilt, die Ursache für diese bedauerliche Situation zu finden und sie aufzulösen, öffnet der Autor hier eine Klammer, um seine Gedanken und Erkenntnisse einzuschieben. Die Probleme, so findet er heraus, beginnen offenbar während der Odyssee seines Helden durch das Labyrinth der Entscheidungen.

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Im Endstadium / Lesung mit Robert Scheel

scheelBevor der Barkeeper geht, liest er noch mal für Dich aus seinem Zeug:

IM ENDSTADIUM
Kurzgeschichten, Gedichte und Fragmente

ROBERT SCHEEL + Lokalprominenz

Nur 3,50 Euro für Schüler, Rentner und sonstige Ermäßigte. Der Rest zahlt einen Fünfer.

Karten gibt es bereits ab dem 11.06. im Hip-Twist.
Die Warnung „ab 18“ sollte ernst genommen werden – nur inhaltlich, keine Passkontrollen…

Deine letzte Chance, Robert Scheel noch einmal live zu erleben.

Samstag, 25. Juni, 21.00 Uhr

Tanzstudio Hip-Twist
Magirus-Deutz-Straße 10
89077 Ulm

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