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Die Autorenseite von Martin Gehring

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Buchvorstellung “Romy und YV-LI-V5” von Marion Hartlieb

romyundyul-mockupRomy und YV-LI-V5

(frei nach William Shakespeare. Erzählt und illustriert von Marion Hartlieb)

…sie konnten sich nur selten sehen.
Zwischen Oben und Unten würde nämlich alles immer schlimmer.
Wenn sich die anderen gerade wieder einmal zankten, verbrachten die beiden ihre beste und schönste Zeit miteinander…

Zum Buch:

„Romy und YV-LI-V5“ ist eine Geschichte über Freundschaft und Vertrauen vor dem Hintergrund zweier verfeindeter Häuser. Da sind die Montages, klobige Roboter, die tief unter der Erde wohnen und die Capulopteras, zarte Motten, die hoch oben im Himmel leben. Wann immer sie aufeinandertreffen ist Zank vorprogrammiert. Doch eines Tages, als sich beide Familien wieder einmal ganz besonders schlimm streiten, beschließen Romy und YV-LI-V5 Freunde zu werden und treffen eine mutige Entscheidung…

Zur Autorin:

Marion Hartlieb, geb. 1965 in Ulm, findet schon bald nach ihrer Ausbildung zur Grafikerin den Weg zum Textildesign. Einen besonderen Schwerpunkt bildet in ihrer Arbeit die Kinder- und Babymode und hier speziell das Charakterdesign. So kreiert sie mit großer Phantasie liebenswürdige Figuren und Charaktere für internationale Labels wie Galeries Lafayette oder Walt Disney. Aus dieser Arbeit heraus entstehen seit 2010 so ungewöhnliche Bilderbücher wie „Prinzessin Tadaah“ oder „Sissi – Prinzessin Wirbelwind“. Daneben illustriert Marion Hartlieb Werke anderer Autoren wie Marco Kerlers „Volkslyrik“ oder Nathalie Gérards „Die Hexe Pieksepelz“.  Marion Hartlieb lebt und arbeitet in Ulm.

Veröffentlichungen:

Prinzessin Tadaah
Kiki – Alles fliegt
Sisi – Prinzessin Wirbelwind
Romy und YV-LI-V5

Illustrationen:

Georg Sandhoff – Tao Teh Kitteh
Nathalie Gerard – Die Hexe Pieksepelz
Marco Kerler – Volkslyrik
Dagmar Herrmann – Warten

Romy und YV-LI-V5 ist in limitierter und signierter Auflage bei edition dreiklein erhältlich!

Hardcover, 48 Seiten
Verlag: Edition Dreiklein (03.12.2016)
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-9817281-6-3
Größe und/oder Gewicht: 21×29.7×1 cm

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Buchvorstellung “Warten” von Dagmar Herrmann

cover_warten-fuer-webWarten von Dagmar Herrmann

· warten ·

„… auf das traumboot der liebe wer einsteigt macht sich keine gedanken ob es ab nach kassel ins blaue oder ins tal der tränen geht umsteigen auf seenotkreuzfahrt schiff mit bumsfallera geht es weiter wenn das auge auch nicht trocken bleibt weiß der blinde passagier wo die fahrt endet · warten · …“

In ihrem neuen Buch führt die Bremer Autorin Dagmar Herrmann den Leser durch das weitläufige Universum des Wartens und beschreibt Kapitel um Kapitel einen Zustand, der alles andere als Stillstand ist. Wortgewaltig füllt sie die vermeintliche Leere und Sinnlosigkeit des Wartens mit Anspielungen, Beschreibungen und Details zur Befindlichkeit der Welt und der Gesellschaft. „Warten“ ist ein Werk, das durch seine verblüffende Vielschichtigkeit und Aussage das Publikum geradezu herausfordert, Zeiten des Verharrens und des Wartens mit Sinn und Leben zu erfüllen.

bio-bildAutorin:

Dagmar Herrmann, ein waschechtes Arbeiterkind aus dem Bremer Westen, Autodidaktin, kann sich seit ihrem Ruhestand intensiv ihren Lieblingsbeschäftigungen, dem Schreiben und Malen widmen. In oft melancholischen, bisweilen ironischen oder humorvollen Kurzgeschichten und Gedichten sowie Bildern reflektiert sie über die Welt und das Leben.

Seit mehr als sieben Jahren engagiert sich und veröffentlicht Dagmar Herrmann Texte, eigene Bilder und Illustrationen beim „Irrtu(r)m“, einer Initiative zur sozialen Rehabilitation. Außerdem erschienen, neben zwei Büchern, weitere Texte, Prosa und Lyrik in diversen Anthologien.

Publikationen:

Herr Wozu und sein Schlagwort – Brokatbook Verlag
Märchen im neuen Gewand – Brokatbook Verlag
Texte, Prosa und Lyrik, in Anthologien im Dorante-Verlag/ Literaturpodium sowie Gedichte in der Frankfurter Bibliothek

Warten – Dagmar Herrmann
Taschenbuch: 124 Seiten
Verlag: Edition Dreiklein (21. November 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3981728156
Größe und/oder Gewicht: 12 x 0,7 x 19 cm

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Das letzte Büro

Abdullah weigerte sich im ersten Augenblick danach, seine Augen zu öffnen. Vor einem Moment noch befand er sich auf einem Marktplatz in Bagdad, hatte, lauthals Allāhu akbar schreiend, den Splint seines Sprengstoffgürtels gezogen und war in einem gleißenden Lichtblitz vergangen. Er fühlte keine Schmerzen und war sicher, dass er sich nun als glorreicher Märtyrer im Paradies befinden müsse. Vorsichtig schlug er die Augen auf. Doch statt der nimmer endenden Freuden des Paradieses sah er lediglich ein schlichtes Wartezimmer. Er saß auf dem einzigen, etwas wackligen Stuhl, der im Raum vorhanden war. Er blickte an sich herab, sah sein Hemd, die Hose, die Sandalen und stellte fest, dass er vollkommen unverletzt war. Abdullah schaute sich im Wartezimmer um. Vor dem Stuhl stand ein niedriger Tisch, darauf einige abgegriffene Zeitschriften. An der Wand gegenüber, staubig, eine verdorrte Zimmerpflanze und eine hellere Stelle, an der vielleicht einmal ein Bild hing. Zu seiner Linken bemerkte Abdullah die einzige Türe im Raum. Über der Türe leuchtete eine rote Lampe. Daneben war ein altertümlich wirkender, stoffbespannter Lautsprecher angebracht, dessen Drähte in der Wand verschwanden. Der Boden des Warteraumes war mit grünen Linoleumkacheln belegt, an der Wand gegenüber der Türe gluckerte rachitisch ein Heizkörper. Es war zu warm, deshalb öffnete Abdullah einen weiteren Knopf seines Hemdes. Er wollte gerade nach einer der Illustrierten greifen, als das rote Licht über der Türe flackernd erlosch und ihn eine Stimme aus dem Lautsprecher zum Eintreten aufforderte.

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VolksLyrik – Der neue Gedichtband von Marco Kerler

volkslyrik-mock-upVolksLyrik
von Marco Kerler

Jetzt verfügbar!

Mit seinem Projekt VolksLyrik wagte der Ulmer Dichter Marco Kerler das mehrtägige Live-Experiment, seinen Besuchern Lyrik näherzubringen, indem er sie vor Ort in seinen Schaffensprozess integrierte. Dabei ging er weit über das bloße „dem Volk aufs Maul schauen“ hinaus. Er sammelte die Gedanken, Erinnerungen und Wünsche seiner Interviewpartner und konservierte sie lyrisch in der Zeitneutralität des Papiers.

9 Tage
Unzählige Kippen
100 Gedichte
Und Kaffee

Zum Autor:

Der Lyriker Marco Kerler ist 1985 in Ulm geboren und lebt immer noch dort.
Texte von ihm sind in diversen Anthologien und Magazinen veröffentlicht.
2011 erhielt er beim Förderpreis für junge Ulmer Kunst in der Sparte Literatur die Anerkennung der Stadt Ulm.
Er präsentiert seine Texte gerne live mit Musikern.

Mitgliedschaften:

Kunstwerk e.V. Ulm, Hauptverantwortlicher für Literatur
Literatursalon Ulm e.V., Gründungsmitglied
Ulmer Gestalten
Ulmer Autoren `81 e.V.

Einzelpublikationen:

2007 Damn Poetry, Cosmopolitan Art Verlag, Temeswar
2010 Notgroschen, Chapbook mit Collagen
2015 Schreibgekritzel, Manuela Kinzel Verlag, Göppingen

VolksLyrik
Marco Kerler
edition dreiklein
214 Seiten
12×19 cm
ISBN: 978-3-9817281-4-9
Preis: € 14,-

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Lesung im Ooh Baby in München

provinzliteratur-2Am 08.10.2016 im Ooh Baby in München…

Die Ulmer Autoren Marco Kerler, FL Arnold und Martin Gehring präsentieren PROVINZLITERATUR.

Drei Autoren aus Ulm in München, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Florian L. Arnold zeichnet melancholisch-morbide Surrealitäten aufs Papier, Martin Gehrings Texte rollen gediegen im Papamobil über die Landstraße und Marco Kerler verknappt die Welt mit offenen Augen ins Träumerische

Provinzliteratur ist anders!

Samstag, 08.10.2106, 19:00 Uhr
Ooh Baby, Rumfordstraße 39, München
Eintritt: 6 Euro

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Ewige Liebe

In tiefer Gruft auf steinern Bette
Da liegen knochig zwei Skelette
Eins ist Frau und eins ist Mann
Einand in Liebe zugetan

Sie schieben schabend Schäd an Schädel
Lass dich küssen Knochenmädel
Und denken dabei Ach uns deucht
Hier war einst Zunge wars einst feucht

Nun rutscht sie kratzend immer tiefer
Will spüren Festes weit im Kiefer
Sie tastet suchend Alles leer
Rund um sein Schambein ist nichts mehr

Auch er fühlt nach dem bebend Runden
Nur was er wähnt bleibt ungefunden
Längst Haar und Hügel sind gewichen
Zu lange sind sie schon verblichen

Sie fleht Komm nimm Dein Wadenbein
Und stoß es tief in mich hinein
Der Knochen klappert hohl im Becken
Reibt sich in Kurven stößt an Ecken

Doch balde ist die Lust verflogen
Manch Rippe wird zurechtgebogen
Und wispernd raunt er Ach ich hätte
So gern jetzt eine Zigarette

Dann legen sie sich beide nieder
Probierns in hundert Jahren wieder
Innig verliebt sind zwei Skelette
In tiefer Gruft auf steinern Bette

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Treibgut

Das Leben ein Auto
vor sich hergeschoben
mit angezogener Bremse
Warum alles oder etwas
Das Heute ist morgen
auch noch dringend
Aufschübe wegdelegiert
Geschlossene Augen
garantieren Unsichtbarkeit
Suche nach dem Notausgang
als Freizeitausgleich
Rennen ohne Ankommen
Der Fluchtweg ist das Ziel
Das Ziel ist ein Berg
der unbezwungen bleibt

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Familie Lemm reist nach Italien

Eines Morgens, Herr Lemm saß gerade im Büro und spitzte seine Bleistifte, da schoss ihm, wie aus heiterem Himmel, das Wort „Italien“ durch den Kopf. Schnell schob er das Wort beiseite und widmete sich noch intensiver dem neuen, elektrischen Bleistiftanspitzer. Doch „Italien“ wollte nicht verschwinden – es kreiselte um sein Hirn, immer an der Schädelwand entlang, wechselte unvermittelt die Richtung, zerfiel in einzelne Buchstaben und setzte sich – I, T, A, L, I, E und N – wieder zu „Italien“ zusammen.

„Italien, was für ein Unfug“, dachte Herr Lemm und wandte sich dem Posteingang zu. Er nahm das erste Schreiben, überflog es und stempelte es ab. Er wollte den Brief schon in den Postausgang legen, als er sah, dass er das Wort „Italien“ gestempelt hatte. Lemm rieb sich die Augen, kontrollierte kopfschüttelnd den Stempel und blickte noch einmal auf das Schreiben. Da stand gar nicht „Italien“, sondern das übliche „GESTEMPELT AM:“ und das aktuelle Datum. Erleichtert atmete er auf, denn er wollte schon an seinem Verstand zweifeln. Doch nun begann „Italien“ vor seinen Augen zu tanzen. Wenn Lemm die Lider schloss, sah er „Italien“ in die Netzhaut eingebrannt und einen Moment lang glaubte er, der Computer würde ihm leise „Italien“ zuraunen.

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Dabei sein ist alles

Am Kiosk lungern
Sportgymnastinnen
Wurfbereit die Keule
Schminke und Trikot
auf Gleichheit gebürstet
Betonierter Charme
selbst errichteter
Sportgaststätten
Eigenleistung bröckelt
an den Aussenbereichen
Leerstände auf Tribünen
Befohlener Applaus
Der Traum von Gold
zerbricht auf Matte
wie am Beckenrand
Ein später Platzwart
sprüht mit Lufterfrischer
den Geruch von Sieg
aus der Herrenumkleide
und die Enttäuschten
gehen ihrer Wege

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Hege Fehden von Carlo Spiller

spillerImmer wieder präsentiere ich bei Reimwerk in loser Folge (in meinen Augen) herausragende und durchaus ungewöhnliche Beiträge spannender Autorinnen und Autoren. Heute möchte ich, im Rahmen dieser Serie, den jungen Schweizer Schriftsteller und Lyriker Carlo Spiller und den Text «Hege Fehden» aus seinem neuen, noch unveröffentlichten Buch vorstellen:

Carlo Spiller, 1990 in Zürich geboren, studierte Deutsche Sprach- und Literaturwissenschaften und Philosophie an der Universität Zürich, danach am Schweizerischen Literaturinstitut. Zahlreiche Auftritte bei Poetry Slams im deutschsprachigen Raum. 2015 erschien sein Debüt «Das Scheitern der Schmetterlinge» im Amsel Verlag Zürich. 2016 erhielt er das Aufenthaltsstipendium des Literarischen Colloquiums Berlin. Er schreibt Prosa, Lyrik und Theatertexte.


+++ Hege Fehden +++

 

Hege insgeheime Fehden. Singe das Hohelied

Auf dem Fahrrad. Artikuliere, was als

Pfand in meine Hand kam. Zirkuliere

In meinem Mund die Silben, Jahrgangsjamben,

Enjambements erlesenster Auswahl, so gedeihen sie

Nur im Herbst. Mein Haupt umrankt

Von krausem Wein, am frühen Morgen.

Ein Ausflug, Rückkehr zur Jahreszeit, mein

Bruder wann fischen wir? Der Horizont

Umnachtet von gebüssten Nebeln, grüsse freundlich.

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