Die Moritat vom Joschi seiner Frau

Der Joschi ist jetzt Dichter,
ham Sie’s schon gehört?
Dabei war er so fleißig.
Sein Weib ist ganz verstört.

Er hat schon mal geschrieben:
Zum Geburtstag ein Gedicht.
Und dem Franz zur Rente,
a ganz nette Geschicht.

Aber sonst, da war er ehrlich
und voller Arbeitskraft.
Hat in der Autowerkstatt
bei Tag und Nacht geschafft.

Doch jetzt sitzt er zu Hause
und hackelt nimmermehr.
Möcht große Epen dichten,
doch sein Papier bleibt leer.

Sein Weib lag wach des Nächtens,
im Ehebett sich wand,
weil zügig die Penunze
von Joschis Sparbuch schwand.

Ach, wär er noch der Alte,
der Joschi, den sie mag.
Vor Sorgen ward ihr Haupthaar
nun grauer jeden Tag.

Sie sah sich schon in Zukunft
bei der Laterne stehn,
denn weil ihr Mann nix arbeit,
müsst anschaffen sie gehn.

Die Frau fasste des Morgens
beim Frühstück den Entschluss:
Zur Rettung des Vermögens
der Joschi sterben muss.

Sie nahm die Schlaftabletten,
und hat sie fein zerstampft.
Der Joschi hats zur Jausen
im Käsbrot mitgemampft.

Der Dichter wurde müde,
es sank sein Haupt aufs Brot.
Ein paar Minuten später,
da war der Joschi tot.

Das Weib, es ging ins Küchl,
hats Hackbeil fest gepackt.
und damit den Kadaver
ganz fachgerecht zerhackt.

Dann hat sie den Handwagen
vom Nachbarn ausgeborgt
und, Stück für Stück, den Joschi
im Donaufluss entsorgt.

Der Joschi ist jetzt Dichter
A Postkartn kam heut.
Man wohnt nun in Brasilien.
Und hätt dort sehr viel Freud.

Er sei ein großer Künstler,
so kreativ und schlau.
Grüßt mir die alten Freunde.
Gezeichnet, Joschis Frau.